Amazon SEO A9 Algorithmus Tipps und Tricks von Ronny Marx

Für was die drei Buchstaben „SEO“ stehen, muss wahrscheinlich nicht mehr wirklich erklärt werden. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle trotzdem noch einmal erwähnt, dass es sich dabei um Suchmaschinenoptimierung handelt – also um die (positive) Beeinflussung des Ranking-Algorithmus. Und mal ganz ehrlich, wer denkt beim Begriff „Suchmaschine“ nicht automatisch auch an Google? Unter den Marketing-Profis und ganz selten auch unter den „normalen“ Internet-Nutzern gibt es vielleicht noch einige, die bei diesem Begriff auch noch an Bing, Yahoo und die älteren Semester vielleicht noch an Hotbot oder Alta Vista denken.

Aber wer denkt bei „Suchmaschine“ an Amazon? Mittlerweile vielleicht schon den eine oder andere Händler oder SEO-Profi, aber die breite Masse wird wohl den Online-Riesen kaum damit in Verbindung bringen. Noch vor gut einem Jahr hat man zu diesem Thema selbst bei intensiver Recherche kaum verwertbaren Content im Netz dazu gefunden, was sich mittlerweile geändert hat. Immer wieder taucht im Zusammenhang mit einer Optimierung auf Amazon auch die Abkürzung „MPO“, also „Marketplace Optimization“ auf, was auch den Kern der Sache trifft. Amazon ist, anders als viele Kunden annehmen, kein reiner Onlineshop. Amazon ist vielmehr ein Marktplatz, auf dem viele unterschiedliche Händler ihre Waren zum Verkauf anbieten. Allein auf amazon.de sind es weit über 100 Millionen unterschiedliche Produkte von über 100.000 Händlern, die dem Onlineshopper offeriert werden.

Man muss nun kein Raketenwissenschaftler sein, um sich ungefähr vorzustellen, welch eine unglaubliche Substanz und Chance das für Händler sowie Dienstleister gleichermaßen bedeutet, denn wer mit seinen Angeboten bei Amazon gut sichtbar ist, der darf sich über hohe Absatzzahlen und Umsätze freuen. Und tatsächlich ist der Weg an die Spitze der Suchergebnisse auf dem Marktplatz oft leichter als gedacht – noch.

Das veränderte Suchverhalten der Nutzer

Google ist in Sachen Suchmaschinen zumindest in Europa und den USA die unangefochtene Nummer 1 wenn es darum geht Informationen zu finden und Fragen zu beantworten. Bei konkreten Produktsuchen allerdings hat sich das Blatt bereits heute schon gewandelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Produktrecherche bei Amazon anstatt bei Google startet, ist bereits 4- bis 5-mal so hoch. Wer regelmäßig Produkte online bestellt, der wird sehr wahrscheinlich auch einen Account bei Amazon zur Verfügung haben und diesen auch für seine Einkäufe nutzen. Man muss an dieser Stelle nur einmal das eigene Konsumverhalten reflektieren: Wenn du ein konkretes Produkt im Kopf hast – wo beginnst du mit deiner Recherche in Sachen Preis und Meinung anderer Käufer? Genau: bei Amazon. Zwar liefert Google Shopping ebenfalls ganz brauchbare Produktsuchergebnisse aus, dennoch fehlen hier zwei wesentliche Komponenten: eine umfangreiche Anzahl an Produktbewertungen und ein gutes Cross- und Upselling.

Beide Punkte sprechen absolut für Amazon, denn die meisten Artikel sind bereits durch viele andere Nutzer öffentlich rezensiert worden und es werden zusätzlich viele ähnliche oder ergänzende andere Produkte angezeigt. Das Beste daran aus Käufersicht ist, dass ich für all das nur einen Account brauche und mich nicht bei anderen Onlineshops zusätzlich registrieren muss. Käufer gehen immer den Weg des geringsten Widerstandes und mit der „1-Click“ Option sind die Bestellung bei Amazon meist deutlich schneller ausgelöst, ohne dass lästige Formulare mit Adressdaten und Bezahlinformationen ausgefüllt werden müssen.

Dazu kommt, dass Amazon mittlerweile einen ziemlich gut funktionierenden Suchalgorithmus seinen Nutzern anbietet, um schnell und einfach zum gewünschten Angebot zu gelangen. Zwar sind sämtliche Artikel des Marktplatzes in über 30.000 Kategorien und Unterkategorien sortiert, welche man ebenfalls durchsuchen kann. Aber mal Hand aufs Herz: Wer klickt sich heute im Zeitalter der Suchmaschinen mit Auto-Suggest-Funktion noch umständlich die riesige Kategorie-Bäume? Genau: so gut wie niemand mehr. Desto besser die Suchmaschine funktioniert und umso passender die Suchergebnisse ausgeliefert werden, desto mehr Nutzer werden diesen Weg bestreiten. Genau das war auch der Erfolgsweg von Google und wird immer mehr auch jener von Amazon sein.

Warum Amazon die bessere (Produkt-)Suchmaschine ist

Wusstest du eigentlich, dass es Amazon schon länger gibt als Google? Bereits vier Jahre bevor die Suchmaschine mit den bunten Buchstaben das digitale Licht der Welt erblickt hat startete ein Visionär namens Jeff Bezos eine damals noch rein auf Bücher fokussierten Onlineshop. Damit hatte Amazon genau genommen vier Jahre länger Zeit, um an einem nutzerfreundlichen Suchalgorithmus zu schrauben, denn eine Volltextsuche gab es damals auch schon. Nur konnte sich Google einzig und allein auf die Entwicklung einer perfekten Suchmaschine konzentrieren, während Amazon viele weitere Baustellen beackern musste.

Heute allerdings hat sich das Blatt zu Gunsten von Amazon gedreht, denn Google hat im direkten Vergleich zum Marktplatz ein Problem. Wer auf Amazon einen Begriff in die Suchmaske einträgt, der hat genau eine Absicht: er will ein passendes Produkt finden. Die Google-Suchmaschine dagegen muss Shopping-Daten, lokale Suchergebnisse, Bilder, Videos, News und vieles mehr verarbeiten und hat es in Bezug auf reine Produktsuchanfragen deutlich schwerer genau die passenden Ergebnisse herauszufiltern.


Gucci Suchergebnisse bei Google

Sucht man bei Google nach dem Keyword „Gucci“, dann sehen so die Suchergebnisse aus.

Gucci Suchergebnisse bei Amazon

Das Amazon die bessere Produktsuchmaschine ist, zeigt das Suchergebnisse zum Keyword „Gucci“.

Ein Beispiel zeigt den Unterschied beider Suchmaschinen und das Dilemma von Google sehr deutlich. Wenn man einmal in beide Suchmasken das Wort „Gucci“ einträgt, so bekommt man bei Amazon sofort alle möglichen Produkte von Schuhen, Taschen, Uhren und Parfüm angezeigt. Wer also bei Amazon nach dieser Marke sucht, der will sich sehr wahrscheinlich ein Luxus-Produkt gönnen. Bemüht man nun auch die Google-Suche mit diesem Begriff, so bekommt man ein buntes Potpourri an Ergebnissen zusammengesetzt aus Ladengeschäften, der offiziellen Website, Onlineshops und Kleinanzeigen. Mit einer konkreten Produktsuchintention wäre man bei Google hier also eher an der falschen Adresse – ganz anders eben bei Amazon.

Suchergebnisse zu Kochtopf bei Google

Das Keyword „Kochtopf“ liefert schon deutlich produktbezogenere Suchergebnisse bei Google.

Suchergebnisse zu Kochtopf bei Amazon

Die Suchergebnisse zum gleichen Keyword bei Amazon dagegen sind allerdings noch besser und direkt auf die Kaufabsicht eines Nutzer ausgerichtet.

Wir wollen aber fair bleiben und machen es Google einfacher und geben einen neuen Suchbegriff ein: „Kochtopf“ ist dieses Mal das Keyword. Hier sieht die Suchergebnisliste bei Google schon sehr viel mehr nach Shopping aus und liefert korrekterweise gleich ganz oben einige Produktangebote. Aber was sehen wir da auf dem ersten organischen Suchergebnis? Ein Link zu der passenden Kategorieseite von Amazon. Und warum auch nicht, denn logisch betrachtet ist doch genau das ein sehr relevantes Suchergebnis, wenn es um transaktionale Suchbegriffe geht. Somit „schiebt“ aber Google wertvollen Traffic zum Quasi-Konkurrenten Amazon, was die Schwierigkeiten für Google eigentlich nur größer macht. Amazon selbst dagegen liefert zu „Kochtopf“ eine gewohnt sehr gute Auswahl diverser Produkte; übersichtlich dargestellt und gut miteinander vergleichbar.

Frage dich an dieser Stelle selbst einmal, welche Suchergebnisliste für dich tatsächlich passender ist. Selbst wenn es doch die von Google sein sollte, du aber eine Amazon Account hast, nicht aber einen bei diverser Shops, welche dir dort in den Shopping-Ergebnissen angezeigt werden, so fällt die Kaufentscheidung sehr wahrscheinlich doch zu Gunsten des Marktplatzes aus, oder? Das perfide daran ist, dass Amazon ein nahezu perfektes Nutzererlebnis abliefert und selbst wenn man tatsächlich über die initiale Google-Suche zu Amazon kam, so wird man eben auf Grund des optimalen Käufer-Services das nächste Mal sehr wahrscheinlich direkt bei Amazon und nicht etwa bei Google mit der Produktrecherche starten.

Damit dürfte der Weg Amazons zu häufiger genutzten Produktsuchmaschine immer weiter geebnet werden und desto mehr Nutzer hier aktiv suchen und finden, desto besser werden wohl auch zukünftig die Algorithmen von Amazon zum Berechnen und Anzeigen der Ergebnislisten werden, denn die Basis dafür sind Nutzerdaten im Big-Data-Modus.

Der A9-Algorithmus

Auch wenn Amazon zwar bereits 1994 offiziell an den Start ging, so wurde mit der Gründung von A9.com erst neun Jahre später aktiv und mit hohem finanziellen sowie personellen Aufwand an einer eigenen Suchmaschine gearbeitet. Damit musste Amazon einen ziemlichen Rückstand zu Google aufholen, denn hier wurden seit dem Anbeginn, also schon fünf Jahre länger Suchalgorithmen entwickelt. Dennoch war man vom Konkurrenten Google gar nicht so weit entfernt, denn teilweise basierte A9 auf der gleichen Technologie und wurde zusätzlich mit Erkenntnissen aus der Amazon eigenen Tochter „Alexa“ gespickt. Was damals noch als sehr gewöhnungsbedürftig und etwas sperrig empfunden wurde, bildet selbst heute noch die Grundlage für die mittlerweile ziemlich perfekte (Produkt-)Suchmaschine.

Wo nun also ein Algorithmus Anfragen auf Relevanz und Nutzerdaten auswertet und passende Ergebnisse zurückliefert kann im Prinzip auch optimiert werden, denn nichts anderes machen Suchmaschinenoptimierer schon seit vielen Jahren bei Google & Co. Amazon dagegen hatten viele (mich selbst eingeschlossen) gar nicht auf dem Schirm, dabei ist SEO bei Amazon vom Grundsatz her nicht viel anders. Am Anfang einer jeden Suche steht ein Keyword, bzw. eine Suchwortkombination. Dann bewertet eine technische Einheit, ob die indexierten Inhalte zu der Suchanfrage passen – ob sie also relevant sind oder nicht. Bis hier hin arbeiten Google und Amazon erst einmal ziemlich ähnlich.

Relevanz und Performance

Was nun aber bei Amazon anders ist, basiert auf dem Grundprinzip des Marktplatzes und des Geschäftsmodell desselben: hier soll gekauft und möglichst viel Geld ausgegeben werden. Denn desto mehr gekauft wird, desto mehr verdient Amazon. Daher ist man natürlich bestrebt, Suchergebnisse nach ihrer Kaufwahrscheinlichkeit zu sortieren. Der günstigste Preis spielt dabei nicht immer die wichtigste Rolle. Ganz im Gegenteil: nicht selten sind die Bestseller in bestimmte Kategorien alles andere als die günstigsten Angebote.

Es kommt bei Amazon vor allem also auf die Performance an, d.h. wie oft ein bestimmter Artikel verkauft wird. Dazu kommen weitere Faktoren wie die Kommunikation zwischen Händler und Kunde, die Retourenquote und Stornorate vor einer Auslieferung (z.B. bei Unterbestand der bestellten Produkte). Aber selbst die Rate an Bestellmängeln und ob Pakete tatsächlich pünktlich ausgeliefert werden zählen mit zu den Performance-Faktoren bei Amazon. Wer also nachhaltig erfolgreich bei Amazon verkaufen will, muss sich mächtig ins Zeug legen, denn alle Performance-Faktoren beeinflussen mehr oder weniger das Ranking. Und hier gilt der gleiche Grundsatz wie bei Google: nur wer ganz oben steht, also die Suchergebnisse dominiert, bekommt den meisten Traffic, welcher bei Amazon wiederum bares Geld wert ist.

Fakt ist aber auch: du kannst das beste Produkt der Welt, den attraktivsten Preis und den perfekten Kundenservice anbieten – wenn dein Artikel nicht gefunden wird, nĂĽtzt es dir rein gar nichts. Umso erstaunlicher ist es, dass die vielen Millionen Angebote bei Amazon fast nicht auf mögliche Suchbegriffe der Käufer optimiert sind und viele von diesen trotzdem zu Bestsellern werden und sich damit teilweise hundertfach pro Tag verkaufen. Was aber, wenn man hier ein gutes Produkt erst einmal nach Stich und Faden optimiert und es dadurch fĂĽr eine viel breitere Käuferschicht relevanter macht? Genau: es wird häufiger gefunden, dadurch öfter verkauft und kann somit in kurzer Zeit zum Bestseller aufsteigen und somit das Amazon Ranking dominieren.

Was hier so einfach klingt, ist in Wirklichkeit eine Menge Arbeit – vor allem Fleißarbeit. Auch mit ordentlichen SEO-Vorkenntnissen und Erfahrung im Umgang mit entsprechenden Analyse-Tools bedarf es einer ziemliche Ausdauer und Kreativität, um ein Amazon-Produkt sauber zu optimieren.

Die richtige Amazon-Optimierung

Nun einmal konkret: Was musst du unternehmen, damit du bei Amazon sichtbarer wirst? Ganz am Anfang steht auch hier wie bei einer Google Optimierung die Relevanz, mit der ein Searchbot entscheidet, ob eine Suchanfrage zum Ergebnis passt. Direkt an die Relevanz geknüpft sind die Keywords, d.h. die Auswahl an passenden Begriffen, mit denen potentielle Käufer deinen Artikel auf Amazon suchen (könnten). Bevor man also mit einer Optimierung startet, sollte man sich zuallererst Gedanken über seine Zielgruppe machen, wobei folgende Fragen helfen können:

  1. Wer kauft mein Produkt (Geschlecht, Alter, Herkunft etc.)?
  2. Wie sucht mein Kunde (einzelner Suchbegriff und/oder zusammengesetzte Suchwortkombination)?
  3. Gibt es bekannte/beliebte Produkte und/oder Marken in diesem Bereich (auch auĂźerhalb von Amazon, z.B. in anderen Onlineshops, Preissuchmaschinen etc.)?
  4. Was wird in diesem Zusammenhang auch oft gekauft (z.B. Zubehör oder ähnliche Artikel)?
  5. Welche USPs hat mein Produkt im Vergleich zur Konkurrenz (z.B. einzigartige Eigenschaften)?

Wild auf Keywords zu optimieren bringt nur bedingt etwas – wichtiger ist es, seine Käufer zu verstehen. Wer alle diese Fragen oben konkret beantworten kann, wird viel gezielter und effektiver auf die Suche nach den passenden Suchbegriffen gehen können.

Die wichtigsten Relevanzfaktoren

Wer im Bereich Google-SEO schon länger unterwegs ist, der weiß, dass es hier eine unterschiedliche Gewichtung der verschiedenen Faktoren für die Beurteilung der Relevanz gibt. Konkret: wo ist das Keyword platziert und wie ist der Content strukturiert. Ähnlich ist es auch bei Amazon, denn auch hier sollte man klar priorisieren, wo man seine wichtigsten Suchbegriffe unterbringt. Folgende Prio-Liste gilt es dabei (nach Relevanz absteigend) zu beachten:

  1. Keyword im Produkttitel
  2. Keyword in den verwandten SchlĂĽsselworten
  3. Keyword in den Bullet Points
  4. Keyword in den Artikelbeschreibung

Der Produkttitel

Punkt 2 und 3 sind mehr oder weniger gleichrangig, aber fest steht: im Titel sollten definitiv deine wichtigsten Keywords stehen. Ob das Suchwort dabei am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Titels platziert ist, spielt für Amazon keine Rolle (anders z.B. als bei eBay oder Google). Wichtiger ist hier eher die Länge deines Produkttitels. Momentan gibt es hier unterschiedliche Ansichten – die einen sagen, dass du maximal 200 Zeichen und andere wiederum behaupten 80-100 Zeichen befüllen solltest. Länger als die 200 Zeichen sollte dein Titel jedoch definitiv nicht sein, denn das kann sich negativ auf dein Ranking auswirken. Laut Styleguides des Marktplatzes sollte dein Titel so kurz und prägnant wie möglich sein – daher auch die Annahme, dass es besagte 80-100 Zeichen sind. Eine negative Auswirkung habe ich bei knapp 200 Zeichen jedoch auch NOCH nicht feststellen können – eher im Gegenteil, denn jedes Keyword, das nicht im Titel steht, schränkt die Sichtbarkeit deines Produktes nur unnötig ein. Es kann aber gut möglich sein, dass Amazon hier zukünftig zu lange Titel abstraft, was aktuell nur bedingt zu sehen ist.

Auch wenn ich keineswegs grundsätzlich dazu rate, auf Lücken und Fehler im Suchalgorithmus zu optimieren (das hat schon im Google-Bereich zum bösen Erwachen einiger Seitenbetreiber und Agenturen geführt), so würde ich aktuell noch jedes Produkt eher mit einem 200 Zeichen langen Titel ausstatten. Aber Vorsicht: eine wilde Ansammlung von Keywords kann sich tatsächlich negativ auf das Ranking auswirken. Einerseits hat Amazon angekündigt, „überoptimierte“ Produkttitel abzustrafen und andererseits schränkt ein solcher Titel die Lesbarkeit für den echten Nutzer/Käufer enorm ein. Zwar gilt es grundsätzlich erst einmal den Searchbot „anzufüttern“, jedoch kaufen deine Produkte nur echte Menschen, die man ebenfalls zufriedenstellen muss. Daher mein Rat: versuche bei jeder Optimierung immer die Balance zwischen Mensch und Maschine zu erreichen. Hier gilt die Faustregel: so viele Keywords wie nötig, aber so wenig (verschiedene) wie möglich zu integrieren. Fokussiere dich auf ein kleines aber gut recherchiertes Keyword-Set, anstatt mit der Gießkanne alles Mögliche unterzubringen. Vermeide aber auch zu viele Füllworte im Titel einzusetzen, da diese für das Ranking nicht wichtig sind, aber wertvollen Platz im Titel einnehmen.

Die Bullet Points

Die fünf Listenpunkte unterhalb des Preises sind ebenfalls sehr wichtig für das Ranking, aber auch und vor allem für die Conversion. Während dein Titel noch in den Suchergebnissen angezeigt wird, so sind die Bullet Points erst zu sehen, wenn ein Käufer direkt auf der Produktdetailseite unterwegs ist. Hier gilt es nun ebenfalls wieder die Balance zwischen einem sinnvollen Keyword-Set und den richtigen Verkaufsargumenten zu finden. Auch solltest du unbedingt darauf verzichten, lediglich Suchworte aneinanderzureihen. Ausformulierte Stichworte oder ganze (kurze) Sätze lesen sich viel besser und überzeugen einen Besucher eher zum Kauf und genau darauf kommt es letztendlich bei Amazon an: Sales generieren, denn diese beeinflussen das Ranking am stärksten.

Nutze die fünf Bullet Points gut aus – es empfiehlt sich eine Zeichenlänge von 180 – 240. Alles was du hier an Suchworten unterbringen kannst, ist wichtig für das Ranking. Sind die Bullet Points jedoch zu lang, können sie auf einen möglichen Käufer schnell „erschlagend“ wirken und vom Kauf abhalten. Sind die Bullet Points zu kurz, nutzt du die Chance auf Steigerung der Sichtbarkeit in der Amazon Suche zu wenig aus. Daher versuche möglichst eine sinnvolle Länge der einzelnen Punkte zu erreichen, indem du verschiedene Suchbegriffe mit wichtigen Verkaufsargumenten kombinierst.

Hier noch ein wichtiger Tipp: Während bei Google eine gewisse Wiederholung der wichtigsten Keywords innerhalb eines Content-Bereiches durchaus die Relevanz für den Searchbot steigert, so spielt dies bei Amazon keine Rolle. Keywords, welche bereits im Titel vorhanden sind, brauchst du kein zweites oder drittes Mal in den Bullet Points, Schlüsselwörter oder der Beschreibung verwenden. Es schadet zwar auch nicht, eine gewisse Wortwiederholung zu nutzen, aber einen Ranking-Vorteil schafft man dadurch nicht.

Die verwandten SchlĂĽsselworte

Die SEO-Profis, die schon länger im Geschäft sind, werden sich noch an die Zeit erinnern, wo man zur Ranking-Verbesserung die Meta-Keywords nutzen konnte. Einfach eine Liste an möglichen Suchbegriffen in den für Besucher nichtsichtbaren Quellcode der Website integriert und schon konnte man die Position in den Suchergebnissen verbessern. Was für eine Google-basierte Optimierung längst outdated und überflüssig ist, erlebt bei Amazon gerade eine Renaissance. In der SellerCentral findet man im Bereich „Suchbegriffe“ fünf Felder im Bereich „Allgemeine Schlüsselwörter“. Hier hat man als Händler 5x 1.000 Zeichen Platz, um weitere Keywords zum Produkt einzutragen. Während beim Titel, den Bullet Points und der Beschreibung noch die Lesbarkeit für den echten Menschen eine wichtige Rolle spielt, so kann man hier stumpf einfach alle Suchworte einhämmern, die man für relevant erachtet. Getrennt werden einzelne Suchworte lediglich durch ein Leerzeichen und in der Kombination mit einem Bindestrich lassen sich clever gleich mehrere Suchkombis abdecken. Ein Beispiel: Maler-Pinsel erreicht man eine Relevanz zu Maler, Pinsel und Malerpinsel. Diese Bindestrich-Systematik funktioniert im Übrigen auch bei den Bullet Points und dem Produkttitel. Hier solltest du allerdings beachten, dass eine solche Worttrennung eher die Lesbarkeit einschränkt. Gehe also ruhig sparsam im für Käufer sichtbaren Bereich mit dieser Schreibweise um.

Auch bei den Schlüsselworten solltest du eine Wiederholung der Keywords vermeiden, denn diese werden schlicht ignoriert. Du wirst schnell merken, dass 5x 1.000 Zeichen eine echte Herausforderung sind, denn diese sinnvoll und relevant zu befüllen ist die anfangs erwähnte Fleißarbeit, die man für jede Amazon-Optimierung investieren muss.

An dieser Stelle zwei Tipps:

  • Verwende nur Keywords, die auch wirklich zu deinem Produkt passen. Nur auf ein hohes (mögliches) Suchvolumen zu setzen bringt nicht viel, denn Amazon misst auch immer die Conversion bestimmter Suchbegriffe. Ist diese zu niedrig, wird das Ranking dahingehend angepasst.
  • Verwende keine Fremdmarken, auch wenn dies zu vielen Impressionen und Klicks fĂĽhren kann. Sollten Konkurrenten mitbekommen, dass deine Produkte zu Markennamen ranken, die du nicht verwenden darfst, kann es hier schnell eine Abmahnung geben.

Die Beschreibung

Oft vernachlässigt, aber dennoch wichtig: die Produktbeschreibung. In den meisten Fällen stehen dir hier maximal 2.000 Zeichen zur Verfügung, um dein Produkt ausführlich mit Worten darzustellen und einen potentiellen Kunden zum Kauf zu überzeugen. Auch wenn die hier platzierten Keywords eine deutlich geringere Priorität für den Suchalgorithmus haben, so wird dieser Content trotzdem indexiert, bzw. durchsuchbar gemacht. Daher lassen sich auch und gerade in der Produktbeschreibung tolle Longtail-Keyword-Kombinationen einbauen, die sonst im Titel oder den Bullet Points kaum Platz haben.

Ein weiterer wichtiger Grund für eine gut optimierte Produktbeschreibung ist Google. Die „Konkurrenz“-Suchmaschine kann dir wertvollen Traffic für deine Amazon-Produkte liefern, denn eine Produktbeschreibung ist nichts anderes als Content, welcher auch von Google indexiert wird. Alles was hier nicht untergebracht wird, kann demzufolge auch nicht indexiert werden, wodurch dir wertvoller Traffic entgehen kann.

An dieser Stelle noch ein Tipp:

Pflege deinen Produktfeeds besser nicht direkt über die Eingabemasken der SellerCentral, sondern durch eine sogenannte Flatfile. Mit einer solchen Excel-Tabelle lassen sich alle Inhalts- und Eigenschaftsfelder deiner Produkte ebenso befüllen, nur hat das den entscheidenden Vorteil, dass du z.B. die Produktbeschreibung mit HTML-Formatierungen anders darstellen kannst. Fügst du diese direkt in der SellerCentral ein, so erscheint die Beschreibung als reiner Blocksatz ohne Absätze, Liste oder Fettformatierungen, was der Lesbarkeit nicht gerade zuträglich ist. In die Flatfile kannst du aber z.B. <p>, <b> oder <ul> Elemente verwenden und damit die 2.000 Zeichen wesentlich attraktiver und lesbarer darstellen.