Marcel Hollerbach von der Products-Up GmbH hat einen sehr interessanten Artikel zum Thema Google Shopping B2B für uns als Gastautor geschrieben:

Der heimliche Start von Google Shopping B2B und wie Google nun auch Alibaba.com Wettbewerb macht

Google hat mit dem Angebot „Google Shopping for Suppliers“ einen weiteren Testballon für eine Neuerung im Bereich Google Shopping gestartet. Google testet dieses Produkt gerade im Bereich Elektronik in den USA. Sobald es dort erfolgreich implementiert ist, wird das Modell wohl sehr bald auch nach England und Deutschland kommen.

Nachdem Google mit dem Einstieg in den Bereich Shopping gegenüber Platzhirsch Amazon im Bereich B2C etwas aufgeholt hat, ist die Erweiterung um den B2B Bereich die nächste logische Konsequenz. Wenn wir uns den Produktbereich Consumer Electronics ansehen, mit welchem Google Shopping for Suppliers in den USA gestartet ist, verfügt der Markt über ein Volumen von 144 Mrd. Dollar. Hierbei liegt der Anteil des Online-Sektors bei rd. 6%, was einem Volumen von rd. 9 Mrd. Dollar entspricht.
Der B2B Anteil dürfte daher deutlich über einer Mrd. USD liegen. Google hat sich also über diese Entwicklung Zugang zu immensen Potenzialen geschaffen. Consumer Electronics ist ja schließlich nur eine von vielen Shopping-Kategorien.

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Ziel dieses neuen Produktes ist eine stärke Fokussierung auf die Anforderungen des B2B-Handels. Unter anderem wird mit Optionen zur Verhandlung über Versandkosten oder Volumenrabatten experimentiert. Viele der restriktiven Google Shopping Richtlinien finden auf die Google Shopping Version für Suppliers keine Anwendungen. (Ein Paradies für alle die zum Start schnell dabei sind!)
Außerdem sind die Anforderungen an den Datenfeed unterschiedlich und der Prozess des Aufsetzens eines Kontos unterscheidet sich ebenfalls von dem von Google Shopping.
Schon jetzt ist aber eine ähnliche Entwicklung wie bei Google Shopping zu erwarten: Google weist ausdrücklich darauf hin, dass reichhaltige und qualitativ hochwertige Daten die wesentliche Grundlage darstellen, um in diesem Kanal erfolgreich zu sein.

Zudem ist es für Kunden ratsam, sich als Google „Verified Supplier“ listen zu lassen, sobald das Programm in Deutschland verfügbar ist. Durch ein Listing als „Verified Supplier“ erhält man ein Symbol auf den Listings welches einen Händler als „Verified Supplier“ hervorhebt. Darüber hinaus werden die Ergebnisse nach Aussage von Google auch in den „Sponsored Results“ präferiert angezeigt.

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Im Rahmen unterschiedlicher Suchanfragen wurden die Ergebnisse von Google „Verified Supplier“ dominiert (siehe Screenshot), auch wenn die Ergebnisse zum Teil eine geringere Relevanz hatten als Ergebnisse von Anbietern, welche nicht Teil des Google „Verified Supplier“ Programms waren. Dies legt die Vermutung nahe, dass Google für Artikel von „Verified Supplier“ generell die ersten Plätze reserviert.

Derzeit ist uns unklar, ob die Ergebnisse aus dem Bereich „Google Shopping for Suppliers“ auch im AdWords Bereich auftauchen werden. Ob Google das Modell von einer einmaligen Registrierungsgebühr auf eine Clickbasierte Vergütung umstellt, dürfte wohl auch großteilig davon abhängen, wie erfolgreich sich das PLA Modell im Bereich Google Shopping international entwickelt.

Aus unserer Sicht lohnt es sich auf jeden Fall für B2B-Anbieter, diesen Kanal im Auge zu behalten. Ähnlich wie bei den Anfängen von Froogle/Base wird dieser Kanal insbesondere zu Beginn wahrscheinlich durch geringe Konkurrenz geprägt sein. Händler, welche sich intensiv mit Optimierungen auseinandersetzen, ihre Daten optimal aufbereiten und pflegen, sollten in der Lage sein über diesen Kanal wesentlich geringere CPO’s zu realisieren als sonst in diesem Segment üblich.

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