“Struktur und die große Menge an Content sind die Herausforderungen für Portalbetreiber und Verlage” – Interview mit Jens Fauldrath

Jens Fauldrath - Speaker - SEO Day KölnWenn es um SEO für News-, Magazin- und Verlagsportale geht, ist Jens Fauldrath, Geschäftsführer der takevalue Consulting GmbH der richtige Ansprechpartner!

Der ehemalige Teamleiter SEO der Deutschen Telekom zeigt auf:

  • wo die Unterschiede im Newsportal-SEO zum “klassichen SEO” liegen und
  • welche Zukunftsthemen News-Portalbetreiber und Verlage für die Zukunft im Blick haben sollten.


Kai Henkelmann: Hi Jens, stell dich doch mal bitte kurz vor – für die Leute, die Dich noch nicht kennen…

Jens Fauldrath: Ich bin Jens Fauldrath, 40 Jahre alt und diplomierter Informationswirt. Studiert habe ich an der Hochschule Darmstadt und im Studium habe ich mich intensiv mit den Themen des Informationsdesigns und der Informationsarchitektur komplexer Informationssysteme beschäftigt.

Also mit genau dem, was größere Websites mit Ihren komplexen Navigationssystemen darstellen. Gleichzeitig haben wir uns mit Information Retrieval beschäftigt, also den grundlegenden Algorithmen die uns jetzt tagtäglich in der Websuche begegnen.

Mein Diplom habe ich dann, zusammen mit meinem Kommilitonen Arne Kunisch, über die Optimierung des Suchportals der t-online.de geschrieben. Hierbei habe ich mich intensive mit der Nutzerinteraktion und der Nutzerführung auf Suchergebnisseiten beschäftigt. Nach einem kurzen Ausflug in des Produktmanagement der Suche von t-online.de habe ich dann den Auftrag bekommen das SEO-Team für die Deutsche Telekom, P&I in Darmstadt aufzubauen.

Kai Henkelmann: Durch Deine Tätigkeit für die Deutsche Telekom hast Du viele Erfahrungen im Betreiben von News-Portalen gemacht. Wie unterscheidet sich SEO für News-Seiten zu anderen „normalen“ Seiten?
Fauldrath Seminar
Jens Fauldrath: Zum einem verfügen Nachrichtenseiten über sehr viel Content, ganz im Gegensatz zu Shops.

Auf der anderen Seite ist der Content wesentlich schwächer strukturiert als die Produktdaten eines Shops.

Generell werden die Inhalte in recht groben Strukturen wie Nachrichten, Unterhaltung, Politik etc. organisiert. Artikel sind so recht schnell in Archiven verschwunden und die Benennung der Resorts- bzw. Rubriken sind meist nicht sehr nachgefragt. Sprich, kaum jemand sucht nach „Unterhaltung“ oder „Innenpolitik“.

Um die oft guten Inhalte sinnvoll zu ranken und aggregieren zu können ist es notwendig diese inhaltlich zu erschließen.

Um die oft guten Inhalte sinnvoll zu ranken und aggregieren zu können ist es notwendig diese inhaltlich zu erschließen. Nur dann können die Inhalte intern gut verlinkt und Landingpages zu nachgefragten Inhalten ad-hoc erstellt bzw. optimiert werden.

Das betrifft allerdings alles die organische Suche.

Für Google News ist es wichtig, dass man schnell publizieren kann. Auch sollten man in der Lage sein ad-hoc Artikel der Nachfragesituation oder dem Wording von Google News anzupassen um aus den Inhalten den optimalen Traffic herauszuholen.

Hier sind organisatorische Fragen zu klären. Oft werden nicht unerhebliche Inhalte importiert. Diese sind meist nicht optimiert. Hier kann ein kleines Team diese Inhalte ad-hoc veredelt und so den Traffic aus diesen Importen vervielfachen.

Hier kann ein kleines Team diese Inhalte ad-hoc veredelt und so den Traffic aus diesen Importen zu vervielfachen.

Oder man beobachtet welche Inhalte Rankings in Google News verlieren und versucht diese wieder zu bekommen.

Alles Möglichkeiten, die ein entsprechendes Monitoring und eine entsprechende Organisation voraussetzen. Wie so oft im SEO müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit der operative SEO erfolgreich arbeiten kann.

Kai Henkelmann: Google+, Authorrank, Rich Snippets – welche Themen sollten Verlage / News-Portalbetreiber 2013 auf der Agenda haben?

Jens Fauldrath: Der Google Authorrank ist ein sehr spannendes Thema, dem man sich dauerhaft nicht entziehen kann. Es ist aber auch entsprechend komplex. Arbeitsrechtlich dürfte ein Zwang schwer durchzusetzen sein. Bei dem freiwilligen Einsatz ist die Frage, wem das Profil gehört und was mit dem Profil eines Autors passiert, wenn dieser Kündigt.

Der Google Authorrank ist ein sehr spannendes Thema, dem man sich dauerhaft nicht entziehen kann.

Für freie Redakteure ist es ein Weg Ihren Wert zu steigern. Wenn ein Redakteur schon einige tausend Follower mitbringt, dann ist eine gewisse Reichweite für einen Artikel garantiert. Gleichzeitig kann eine entsprechende Themenauthorität des Autors das Ranking beeinflussen. Wenn nicht jetzt dann auf jeden Fall in Zukunft.
Auch Rich Snippets sind von hohem Wert. Immerhin steigern diese erfahrungsgemäß die Klickrate auf einem Ergebnis. Viele regionale Verlage haben umfangreiche Datenbestände zu lokalen Veranstaltungen etc. Diese sind oft aber über Drittanbieter angebunden, und sehr schlecht aufbereitet. Wenn diese mal ranken, ist die Darstellung in den Google-Ergebnisseiten oft optimierungsfähig.

Rich Snippets steigern die Klickrate auf einem Ergebnis!

Schema.org scheint bei deutschen Webentwicklern leider immer noch recht unbekannt zu sein. Schade, dass für solche Standards immer noch SEOs zurate gezogen werden müssen.

Kai Henkelmann: Am 17.04.2013 hälst Du ein Tagesseminar in Köln zum Thema “SEO für Verlage und Newsportale” – Warum sollte man Dein Seminar besuchen?

Jens Fauldrath: Wenn man sich täglich mit den oben geschilderten Problemen beschäftigt, dann wird es sicher ein sehr spannendes Seminar.

Ich werde einige beispielhafte Lösungen aus unserer Praxis zeigen.

Erfahrungsgemäß ergibt sich auch aus einer Gruppe mit ähnlichen Problemen eine spannende Diskussion und gute Netzwerke für die spätere Arbeit.

>