Linkaufbau? Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Schandtaten aus der Vergangenheit!

verstaubt
Was haben wir noch vor 2 Jahren nicht alles im Linkaufbau gemacht. Von Artikelverzeichnissen, Linklisten, Socialbookmarkportale über Blogpsam und Forenspam für Satellitenseiten oder sogar Hauptprojekte.

Ich selbst muss heute 2 Jahre später über das Video bei der Webschorle mit Andreas schmunzeln. Natürlich hat es damals gut funktioniert, aber X-Panda/Pinguin Updates später schaut die Welt schon anders aus. Also: Was kümmert mich mein Geschwätz von vor 2 Jahren. Heute baue ich nur noch gute Links und reite voll auf der Content-Marketing-Welle. Und was machen die anderen SEO’s da draußen?
Lest selbst nach. Ich habe einige unser Speaker und Bekannte SEO’s gefragt:

Statements aus der Szene:

Ach ich glaub ich hab keine Schadtat ausgelassen. Vom Linkkauf, Linktausch, BlackHat Tools bis zu Expired Domains. Einzig automatisierter Blogkommentar Spam hab ich nie gemacht, weil es mich persönlich nervt.

Dominik Wojcik

Früher hab ich gern für private Projekte Profil-Links aus Foren
aufgebaut, obwohl der Account in dem jeweiligen Forum gar nicht aktiv
war. Diese Foren-Profile hab ich dann mit Massen-Pings oder via
URL-Liste über andere Foren in den Google Index gepumpt. Hat eine
zeitlang auch ganz gut funktioniert. Heute ist das aus meiner Sicht
auf keinen Fall zu empfehlen

Björn Tantau

Tja, Linktausch und Content Spinning. Das waren die “guten’ Dinge von damals.
Ganz besonders war:
Ich habe mal ein RSS Verzeichnis gebaut (fast 4 Jahre her) wo ich täglich RSS Feeds von 45.000 deutschsprachigen Blogs importiert habe. Alles wurde auf Keyword Basis geclustert, also die Keywords die am häufigsten im Text vorkamen. Auch Keyword Kombinationen, also Keywords die häufig zusammen vorkamen wurden erkannt wie “michael jackson” oder “michael schumacher”. War echt geil und hat eine zeitlang krass gerankt. Viel besser als andere Spam Projekte. Hatte Millionen Seiten im Google Index! Ohne echten Content. 😉

Auch gut:
Linkpakete auf ebay kaufen. 10 Jahre ist das her. Damals der Hammer gewesen!

Marcus Tober

Als ich angefangen habe, dachte ich, nur Links würde es bringen – und zwar die Kostenlosen. Man findet noch heute Einträge in Artikelverzeichnissen und Bookmarks von mir, was mir jetzt richtig unangenehm ist. Ein zeitlang hat das auch so funktioniert, bevor der Pinguin und Panda zugeschlagen haben. Ich hätte damals einen stärkeren Fokus auf Onpage und Strategie legen sollen!

Nicole Mank

Früher haben wir versucht viel zu automatisieren und zu skalieren. Damals hat es zwar funktioniert, aber nicht nachhaltig.

Andreas Graap

fällt mir jetzt spontan nix ein…außer dass mein erster gesetzter Link ein Redirect Link war 😀
Aber das ist einfach nur peinlich…und nicht komisch! 😀

Sepita Ansari

Als ich mit SEO angefangen habe, lief Linktausch noch so ab, dass man Unterseiten der Form /partner.html, /partner-2.html, usw. erstellt und dort einfach 10 Textlinks (natürlich nur mit harten Ankertexten) draufgeklatscht hat. Selbiges hat man natürlich auch zurückbekommen.
Ich fand es damals total smart von mir, dass ich zu jedem Link noch 1-2 Sätze geschrieben habe und thematisch ähnliche Partner von der gleichen partner-x.html Unterseite verlinkt habe.

Malte Landwehr

coole Idee, Schandtaten haben wir wirklich zur Genüge auf dem Kerbholz!
eine der Linkbuildingmaßnahmen früher, die wir ziemlich erfolgreich durchgezogen haben, war “Templatesponsoring”. Wir haben das über die Joomla-Community gemacht und damit tonnenweise Links gewonnen. Und das hat auch jahrelang richtig gut funktioniert. Im Nachhinein bereue ich das also eigentlich nicht, zwar sind fast alle eigenen Affiliate-Projekte, die damit befeuert wurden nun abgeraucht, haben sich aber bis zum Abgang mehr als ausgezahlt. Jetzt ist diese “Schandtat” natürlich grundsätzlich ein Riesenproblem:
keinerlei regionales Quellen-Targeting, d.h. die über die Templates aufgebauten Links kommen aus der ganzen Welt, teilweise von Seiten mit chinesischen oder ähnlich exotischen charsets.
massenhaft sitewide Links, was vor allem bei Projekten, bei denen kein anderweitiger Aufbau erfolgte natürlich fatale footprints hinterlässt!
keine Anchortext-Diversifikation.
größtenteils fehlende thematische Relevanz.
Linkposition i.d.R. immer im footer.
……und am aller schlimmsten: so gut wie nicht abbaubar! –> Disavow. 😉

Nico Sacotte

ich habe vor ein paar Jahren mal Links auf “fremden” Seiten verkauft. Hintergrund: Ich hatte selbst nur wenige eigene Domains und mehr als einen Link pro Domain hat man damals nur sehr schwer an den gleichen Käufer verkaufen /vermieten können. Das mit dem “Verkaufen auf fremden Domains” lief dann so ab, dass ich den Link erst mit einer dritten Person getauscht hab (also für einen Gegenlink von einer meiner Seiten) und ihn dann weiterverkauft habe. Das Ganze übrigens für phänomenale 5 Euro pro Link 😉

Pascal Landau

Meine beliebteste weiße Linkbuilding Schandtat war das ausnutzen der DoFollow Links für Anwendungen, die über die Twitter API Tweets abgesendet habe. Ich habe etliche Apps und Accounts automatisch erstellen lassen, die sich gegenseitig die Tweets zugeworfen haben und gerade in der Anfangszeit zu Trendthemen auf anderen Seiten verlinkt wurden. Leider sind heute alle Applicationlinks auf Nofollow gesetzt. Aber damals wars genial und hat einen unglaublichen Boost in den Rankings gebracht, sicherlich auch weil der App Name frei wählbar war 🙂

Mister Fitness – Jens Altmann

Für private Projekte habe ich früher manchmal Inhalte auf einer Domain aufgebaut und diese per Skript mit Links versorgt. Flog man bei Google raus, weil man es übertrieben hatte, habe ich die Inhalte meistens als 1:1-Kopie auf eine neue Domain und teilweise auch auf Subdomains erneut veröffentlichen. Und dann ging das ganze Spiel wieder von vorne los. Für Kunden-Projekte habe ich das jedoch nie eingesetzt.

Niels Dahnke

Da ich nicht nur im Linkaufbau ein großer Fan von Skalierung bin, habe ich
in meiner SEO-Vergangenheit immer deutlichen Fokus auf hierzu passende
Link-Building-Modelle gelegt, auch wenn der vergleichsweise geringe
Link-Einzelnutzen erst durch die hohe Anzahl erreicht wurde. In der
Rückschau bin ich aber schon sehr froh, dass ich diese
Link-Building-Schandtaten nie für nachhaltige Projekte genutzt habe.
Mittlerweile bin ich auf das weniger-ist-mehr-Modell gewechselt und setzte
auf Qualität und freue mich riesig über die gewonnene Zeit!

Thomas Mindnich

Natürlich habe früher ich alles Mögliche zum Linkaufbau getestet und teste auch heute noch die eine oder andere ‘kreative’ Linkaufbau-Technik. Für Kunden und gute Projekte arbeite ich natürlich ausschließlich sauber, aber wer die Dinge nicht ausprobiert hat, kann auch keine Aussage über die Wirkung treffen und ich finde man sollte immer auf dem Laufenden sein, auch was die dunkle Seite angeht. So ist man auch bei Black Hat Protection oder Negativen SEO Attacken vorbereitet. Aber nun Tacheles: Die ‘spammigsten’ Taktiken waren sicher Referrer-Manipulation um in Verweislisten und Suchanfragelisten verlinkt zu werden. Aber auch das Posten von Belanglosigkeiten in Foren bei denen manchmal auch nur ein Smile verlinkt war habe ich schon ausprobiert. XSS-Links habe ich auch schon gemacht, allerdings nur um festzustellen, dass diese in der Regel nix bringen 🙂

Kai Spriestersbach

Ich habe 2001 (!) das vielleicht erste Linkbuilding-Tool entwickelt, das Konkurrenz-Verlinkungen ausgewertet hat. Das Tool hat dann auch gleich E-Mail-Adressen auf den Sites gesucht und auch E-Mails dahin geschickt, um dort nach einem Link zu fragen. Interessanterweise gab’s dafür nie rechtlichen Ärger – und es sind auch zig Links so entstanden. Heute gebe ich mir da natürlich schon etwas mehr Mühe J

Markus Hövener

Nach 7 Jahren schalten wir die SEO Metrik CEMPER Juice™
ein, weil die Bewertung ob ich einen Link von einer Seite will, nicht mehr nur durch Betrachtung der Seite alleine möglich ist. Das haben wir Pinguin zu verdanken und wir haben im Link Detox Tool bereits mit dem „What-If Mode“ eine entsprechende
Antwort auf die Notwendigkeit Links im Gesamtkontext einer möglichen Zielseite zu prüfen geschaffen.
Ich habe in vielen Jahren Linkbuilding-Training immer den JUICE Value propagiert und selbst auch zur Bewertung eingesetzt,
aber so einfach wie damals ist es nicht mehr…
Wir haben natürlich noch einige weiteren Pläne wir wir neue Qualitätsmetriken für Links schaffen können,
und da kommt in Zukunft noch einiges, aber im Moment sind die Detox-Regeln sowie CEMPER Power*Trust™
und LVT eigentlich die wichtigsten Ersatzmetriken auf Einzel-Link-Basis.

Christoph Cemper

Ich erinnere mich noch an eins der ersten öffentlichen, automatischen Linktauschsysteme – das muss so 2004 gewesen sein.
Man musste nur eine Unterseite zur Verfügung stellen und ein PHP Code einbinden. Das System
hat dann den Linktausch der Mitglieder untereinander automatisiert gemanagt. 100 Keywordlinks
pro Woche waren da kein Problem.
Themenrelevanz, Natürlichkeit oder Mehrwert für Besucher? Keine Spur – aber es rannte wie Hulle J

Tobias Heine

Ich habe vor ein paar Jahren in Israel eine große Armee von Twitter (Fake) Accounts gekauft und damit meine billigen Artikelverzeichnislinks und Social Bookmarks mit Tweets (automatisiert über RSS) beschossen. Unsauber Ende nie, würde heute auch auf keinen Fall mehr funktionieren. Damals hat es aber wunderbar geklappt. Lustiger noch waren meine MFA Seiten, die ich mit den Produktdatenbanken aus den Affiliate Netzwerken bestückt habe. Millionen von Produktseiten gingen regelmäßig raus, viel blieb auch im Google Index kleben und hat massenhaft Besucher gebracht. Heute alles undenkbar, wird aber trotzdem noch von einigen gemacht.

oliver Hauser

Wir bauen fast nur noch Links aus Quellen, die nach unserer Meinung nach nicht oder nur schwer zu torpedieren sind. Es bewegt sich im Grunde alles in Richtung Brandkommunikation. Alle Zwischenschritte machen es nur noch komplizierter. Wir sind ganz klar auf dem Weg zum Linkagenten. Doch wo sind diese Leute zukünftig angesiedelt ? PR ? Vertrieb? Oder noch irgend wo anders ? Zur Zeit kann ich diese Frage nicht beantworten.

Marco Janck

Schlusswort

Ich finde man MUSS den ganzen Kram zumindest ausprobiert haben um zu wissen was funktioniert und was nicht. Kann teilweise sogar richtig Spaß machen 😉 Allerdings sollte man das ausschließlich mit Projekten machen für die man auch nur selbst verantwortlich ist!

Marcel Becker

>