Onpage Tool am Kölner Himmel entdeckt – Christian Neubauer und Marcel Gieron im Interview

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1. Hallo ihr beiden. Ich freue mich Euch im Interview zu haben. Stellt Euch doch unseren Lesern einmal vor. Wer seid ihr und was macht ihr?
Hallo Fabian, wir heißen Christian Neubauer & Marcel Gieron und wir arbeiten für die Agentur rankingCHECK in Köln und sind dort für den Bereich Inbound-Marketing sowie Webentwicklung verantwortlich. Neben dem Agenturalltag beschäftigen wir uns beide auch privat mit dem Thema Online Marketing und betreiben hier ein paar Web-Projekte.

2. Jetzt habe ich ein spannendes Projekt den URL-Monitor gefunden. Was genau macht dieser?
Der URL-Monitor ist ein OnPage-Monitoring Tool für das Quality-Management großer Webseiten.

Jeder kennt das: Man optimiert monatelang die eigene Webseite oder die Webseiten eines Kunden, die Rankings entwickeln sich hervorragend und auf einmal stürzen einzelne Rankings wieder ab, da jemand Title Tags verändert hat, URLs gelöscht wurden oder SEO-Texte verschwunden sind. Häufig entstehen solche Probleme auch durch technische Fehler, die nicht selten monatelang unbemerkt bleiben und sich meist nur durch einen Einbruch in der Sichtbarkeit oder des Traffics bemerkbar machen.
Gerade bei großen Kunden haben wir immer wieder diese Probleme festgestellt, da viele verschiedene Mitarbeiter oder externe Agenturen an einer Webseite arbeiten und vielen Personen die Auswirkungen Ihrer Änderungen auf das Suchmaschinenranking nicht bewusst sind.
Der ohnehin meist überlastete SEO-Verantwortliche hat meist gar keine Chance alle Veränderungen mitzubekommen, um zeitnah einen Rankingabsturz vermeiden zu können.

Dieses Problem wollen wir mit dem URL-Monitor lösen, indem man alle SEO-relevanten URLs in unserem Tool hinterlegt, alle bereits optimierten Elemente (z.B. Title Tags, Meta Robots, Canonicals etc.)  fixiert und das Tool überprüft nun täglich alle Elemente auf Veränderungen. Kommt es zu einer Abweichung des fixierten und des aktuellen Wertes, dann erhält man einen Alert auf seinem Dashboard bzw. bekommt diesen Fehler in dem täglichen E-Mail-Reporting gemeldet. Neben dem Monitoring speichern wir zudem täglich zu jeder hinterlegten URL die HTML-Datei, welche in einer Live-Ansicht oder der Quellcode-Ansicht mit dem Vortag verglichen werden kann, sodass die Veränderungen schnell und einfach zu erkennen sind.

Der SEO-Verantwortliche muss also nur noch einmal täglich in den URL-Monitor schauen, bei aufgetretenen Fehlern diese exportieren und an die zuständige Person zur Fehlerbehebung weiterleiten. Anschließend kann er sich wieder seinem Tagesgeschäft zuwenden und braucht keine Angst mehr vor ungewollten Veränderungen auf seiner Webseite zu haben.

3. Wie grenzt ihr Euch gegenüber Tools wie onpage.org oder onpagedoc ab?
Wir grenzen uns ganz einfach dadurch ab, dass wir kein reines OnPage-Tool zur Suchmaschinenoptimierung sind. Wir bieten ein Quality-Management Tool das neben den SEO-Faktoren vor allem die Funktionsweise der Webseite überwacht, die Einbindung von Tracking-Codes, die Überwachung von Custom-Codes und vielem mehr.

Zu den beiden OnPage-Tools grenzen wir uns zudem ganz klar durch die Fokussierung auf zwei Hauptfunktionen ab, die so bisher noch von keinem Onpage-Tool angeboten werden.
Unser Anspruch war es ein Tool zu entwickeln, welches uns täglich einen schnellen Überblick über große Webseiten verschafft und uns alarmiert, wenn etwas von dem Abweicht, was wir bereits optimiert haben. Wir richten uns also ganz klar an Suchmaschinenprofis die keine bunten Grafiken oder unnötige Features benötigen.
Neben dem Monitoring wollten wir vor allem eine große Tabelle, die alle URLs und alle Elemente enthält, welche wir beliebig filtern und sortieren können. Im Gegensatz zu einer Excel-Tabelle sind die Daten in unserem Tool tagesaktuell und werden u.a. mit Status Codes, Ladezeiten und mit der Anzahl an Social Mentions auf Facebook, Twitter und Google+ ergänzt.

Die Tabellenansicht eignet sich vor allem zur Zuweisung von OnPage-Elementen zu einer URL, was vorher umständlich über Excel-Listen gemacht werden musste. Der weitere Vorteil ist, dass sich interne Mitarbeiter oder externe Agenturen einen kostenlosen Account anlegen können, mit denen man das eigene Projekt teilt. Diese Personen haben lediglich Lesezugriff, können jedoch immer tagesaktuelle Daten einsehen. So kann z.b. auch die Technikabteilung einen Zugang erhalten und eigenständig entstandene Fehler beheben. Die Redaktion kann zu jeder URL sehen, welches Hauptkeyword und welche Nebenkeywords für diese URL definiert wurden und Inhalte entsprechend optimieren.

Unser Ziel ist es, ein Tool zu entwickeln, dass den hohen Zeitaufwand für Analysen nach ungewollten Änderungen eliminiert, eine zentrale Datenpflege ermöglicht und die generelle Zeit für Toolnutzungen verringert, damit wir uns auf die Erstellung und Optimierung neuer Inhalte fokussieren können. Daher auch unser Slogan: “Analysierst du noch oder arbeitest du schon?”

4. Wie seht ihr die Stimmung in der SEO-Szene? Es wird scharf geschossen und viel beleidigt. Eigentlich sollten sich doch alle über ein weiteres Tool freuen, oder?
Für den Endverbraucher kann es generell nur gut sein, wenn es neue Tools auf dem Markt gibt. So bleiben die Preise fair und die Toolanbieter sind ständig motiviert ihre Produkte weiter zu entwickeln. Allerdings finde ich es immer bedenklich, wenn ein neuer Anbieter lediglich Funktionen kopiert und nur versucht durch den Preis Marktanteile zu erlangen. Andere Anbieter haben bis dahin evtl. bereits viel Zeit und Geld in die Entwicklung der Programme investiert, welche dann lediglich kopiert werden. Dies schadet langfristig allen Beteiligten. Auf der anderen Seite ist es in einer Marktwirtschaft aber normal, dass man nie lange alleine in einem lukrativen Markt unterwegs ist und daher kann sich auf solche Entwicklungen eigentlich immer ganz gut einstellen.

Was die Diskussion um das Tool onpagedoc angeht, so finde ich persönlich, dass hier durch persönliche Beleidigungen definitiv über das Ziel hinausgeschossen wurde. Ob es ein Versehen war oder Absicht, möchte ich nicht bewerten. Der Anbieter wollte aber definitiv durch Provokation Aufmerksamkeit erhalten, was er auch geschafft hat. Vielleicht sollte man also eher die Leute verurteilen, die diese Provokation auf Facebook geteilt haben. 😉

Nicht zu vernachlässigen ist bei dieser Diskussion natürlich auch das überdimensionale Standing von onpage.org. Was Marcus, Andreas und Merlin da aufgebaut haben ist echt bemerkenswert und ich kenne kein Tool (inkl. Team), zu dem User eine so große persönliche Beziehung haben. Jeder kennt und liebt Captain OnPage und wer sich dagegen stellt, muss natürlich auch mit einem entsprechenden Echo rechnen. Wir kennen und schätzen das OnPage-Team und sehen uns nicht als böse Konkurrenten.

Was die SEO-Szene meiner Meinung nach besonders macht, ist die starke Vernetzung der SEOs untereinander durch die vielen Konferenzen, Barcamps und Blogs. Dieser Gegebenheit sollten eigentlich alle SEOs dankbar sein, da jeder davon profitiert, egal ob aktiver Speaker oder passiver Blogleser. Aber natürlich ist es auch genau diese starke Vernetzung, die das Risiko eines schnellen Shitstorms ermöglicht, von dem alle SEOs direkt mitbekommen und zu dem jeder seinen Senf dazu geben muss. Vielleicht müssen wir SEOs einfach mal versuchen nicht an jeder Diskussion teilzunehmen und die Zeit und Energie lieber in neue Projekte stecken.

5. Was denkt ihr kommt von Google in den nächsten 5 Jahren? Werden Backlinks weiterhin wichtig sein?
Ich glaube, wir können uns nicht einmal vorstellen, welche Entwicklungen Google in den nächsten 12 Monaten durchführen wird, geschweige denn in den nächsten 5 Jahren 😉
Sicher ist, dass der Algorithmus und die Auslieferung der SERPs immer komplexer werden. Betrachtet man z.B. die steigende Anzahl an mobilen Zugriffen, so würde es für den User mehr Sinn ergeben, dass Google gut bewertete Ergebnisse in der Nähe eher ausspielt, als Webseiten mit vielen Backlinks. Des Weiteren würde es für den User mehr Sinn ergeben, wenn Google Ergebnisse bevorzugt, die von einer Autorität der Branche positiv bewertet bzw. in sozialen Medien geteilt wurden. Dies wird Google auch alles machen, wenn genügend aussagekräftige lokale und soziale Daten vorliegen bzw. können wir ja schon heute Anfänge in den SERPs beobachten.
Das Hummingbird-Update zeigt außerdem, dass Google viel besser darin geworden ist, Inhalte und semantische Zusammenhänge zu verstehen und besser bewerten zu können. Somit bekommen Inhalte aktuell wieder einen größeren Part in der Ranking-Gewichtung ab.

Berücksichtigt man jedoch welchen großen Aufwand Google in den letzten Monaten betrieben hat, um unnatürliche Backlinks abzuwerten, dann kann man davon ausgehen, dass Backlinks noch eine längere Zeit wichtig für das Suchmaschinenranking sein werden.

6. Ich danke Euch für das Interview und drücke Euch die Daumen für das Tool. Habe ich noch etwas vergessen?
Eigentlich nicht. 😉 Wir danken dir für das Interview und dass du mit dem SEO-Day die Branche im Westen Deutschlands zusammenbringst und uns weiterhin die Möglichkeit gibst, andere Gleichgesinnte zu treffen.

So, jetzt aber genug gelesen und ab zum URL-Monitor und einen kostenlosen Testaccount anlegen ;-P

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