Nils, wir kennen dich bisher als Gründer von Textprovider – du warst ja auch mehrfach Speaker auf dem SEO-DAY – was hat es mit deinem neuen Projekt „Hilfswerft.de“ auf sich?
Hilfswerft ist ein Social Business – also ein gemeinnütziges Unternehmen. Wir unterstützen Gründer, die Geschäftsmodelle im sozialen Bereich aufziehen wollen.

Sozial und Geschäftsmodelle? Schließt sich das nicht aus?
Nein, ganz und gar nicht. Es gibt viele Beispiele für gemeinnützige Geschäftsmodelle – im Onlinebereich z.B. die Metasuchmaschine Ecosia.org oder Boost (https://www.boost-project.com) – eines meiner Lieblingsstartups. Den Marktplatz betterplace.org dürften auch Viele kennen.

Was macht ein Unternehmen denn zum Social Business?
Der Unterschied zu „normalen“ gewinnorientierten Unternehmen ist gar nicht so groß, bis auf zwei Punkte:
1. Im Rahmen des Geschäftsmodells wird ein soziales, gesellschaftliches oder ökologisches Problem gelöst.
2. Es fließen keine Gewinne an die Gesellschafter – alle Erträge werden reinvestiert.
Ansonsten ist es das Übliche: Marktlücke identifizieren, Produkt entwickeln, Vertrieb aufbauen, Mitarbeiter und Kunden finden etc.

Welches Problem löst ihr mit der Hilfswerft?
Unsere Problemlösung liegt im gesellschaftlichen Bereich – konkret geht es um Aus- und Weiterbildung. Die Gründerförderung in Deutschland ist ja ohnehin – sagen wir es freundlich: ausbaufähig. Für Sozialunternehmer gibt es bisher gar keine öffentlichen Angebote, dabei haben sie spezielle Anforderungen, die die Mitarbeiter in einer klassischen Wirtschaftsförderung nur selten verstehen. Wir versuchen die Gründerinnen und Gründer durch Schulungen, Coachings und direkte Projektmitarbeit auf einer persönlichen Ebene weiterzuentwickeln.

Und wie verdient man damit Geld?
Unsere Leistungen im sozialen Bereich bieten wir in der Regel kostenlos an. Wir finanzieren das indirekt, über ein sog. Hybridmodell:
Wir haben einen Pool sog. Social Business Angels aufgebaut – das sind Leute mit Erfahrung und Netzwerk, die gewillt sind, einen Teil ihres bisherigen Erfolgs an die Gesellschaft zurück zu geben. Diese setzen wir in zweierlei Weise ein:
1. als Coaches, Mentoren oder Türöffner für unsere Social Businesses und Projekte,
2. als Speaker und Referenten, die wir für Veranstaltungen oder Inhouse-Schulungen vermitteln.
Durch die Vermittlungsleistung refinanzieren wir uns. Unsere Social Business Angels machen das pro bono und die Hilfswerft erhält eine Vermittlungsprämie. Man kann einzelne Sprecher anfragen, teilweise machen wir auch die komplette Veranstaltungskonzeption und koordinieren die Umsetzung vor Ort.

Wie können wir oder unsere Leser euch unterstützen?
Wir könnten dir für den SEO-DAY einige Speaker aus unserem Social Angel Pool vermitteln – schau doch mal nach, wen wir so haben: https://www.hilfswerft.de/social-business-angels-list/
Wir machen aber auch Inhouse-Veranstaltungen und Schulungen, falls jemand also mal einen Experten z.B. für einen Workshop sucht, bitte unbedingt bei mir nachfragen – wir haben nämlich auch Leute im Pool, die nicht öffentlich gelistet werden wollen.
Alle Anderen können uns boosten (https://www.boost-project.com/de/charities/3207) – einfach mal ausprobieren!

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