ChatGPT Ads: Neue Manager-Funktionen im Überblick
OpenAI hat Werbetreibende per E-Mail über umfangreiche Aktualisierungen im ChatGPT Ads Manager und in der ChatGPT-Ads-Erfahrung informiert. Die Plattform entwickelt sich damit weiter von einem experimentellen Kanal zu einem strukturierten Werbesystem innerhalb generativer KI-Oberflächen. Zu den Neuerungen zählen Custom Audiences, ein neuer Overview-Tab, vorgeschlagene Anzeigenentwürfe, ein überarbeitetes Anzeigenkarten-Format sowie die Ausweitung des Angebots auf Japan und Südkorea. Für Marketing- und SEO-Teams markiert das einen weiteren Schritt in Richtung bezahlter Sichtbarkeit in KI-gestützten Such- und Assistenzumgebungen.
Custom Audiences für präziseres Targeting
Mit Custom Audiences können Werbetreibende nun Nutzerlisten mit mindestens 25.000 Einträgen hochladen, um Zielgruppen gezielt in Kampagnen einzuschließen oder auszuschließen. Die Funktion orientiert sich an bekannten Modellen aus klassischen Performance-Kanälen, überträgt sie aber in den Kontext von ChatGPT als Werbefläche. Auf Anzeigengruppenebene lassen sich zusätzlich Bid-Multiplikatoren für definierte Audiences setzen, um Budget gezielt auf besonders wertvolle Segmente zu lenken.
Für Unternehmen mit bestehenden CRM- oder Retargeting-Daten eröffnet das neue Steuerungsmöglichkeiten. Statt ausschließlich auf kontextuelle oder breite Zielgruppen zu setzen, können Marken bekannte Kunden- oder Interessentenlisten aktiv einbinden oder gezielt ausschließen. Das ist besonders relevant für Marken, die bereits organische oder bezahlte Präsenz in KI-Umgebungen aufbauen und nun Paid- und Owned-Daten stärker verzahnen wollen.
Neuer Overview-Tab für Account-Gesundheit und Performance
Der neue Overview-Tab bündelt zentrale Steuerungsinformationen an einem Ort. Werbetreibende können dort die Account-Gesundheit überwachen, empfohlene Aufgaben einsehen, die zur Verbesserung der Kampagnenperformance beitragen sollen, und zentrale Kennzahlen in einem größeren, flexibleren Trend-Chart analysieren. Damit rückt ChatGPT Ads näher an etablierte Ads-Manager-Oberflächen heran, die Account-Hygiene und Optimierungsempfehlungen sichtbar machen.
Für Teams, die mehrere Kampagnen parallel testen, vereinfacht der Tab die tägliche Kontrolle. Statt einzelne Bereiche manuell zu durchsuchen, erhalten Nutzer eine zusammenhängende Übersicht über Performance-Trends und Handlungsempfehlungen. Das unterstützt schnellere Iterationen bei Creatives, Geboten und Zielgruppen – ein zentraler Faktor in einem Kanal, der sich noch dynamisch weiterentwickelt.
Vorgeschlagene Anzeigenentwürfe aus Website-Metadaten
Eine weitere Neuerung sind vorgeschlagene Anzeigenentwürfe. Wenn eine Kampagne von breiterer Content-Abdeckung profitieren könnte, um die Auslieferung zu optimieren, erscheint in der Kampagnenansicht die Option „Add new ad“. Das System nutzt dabei vorhandene Website-Metadaten, um einen Anzeigenentwurf mit Bild, Titel und Beschreibung vorzubefüllen. Werbetreibende können den Entwurf prüfen, bearbeiten und anschließend einer Kampagne sowie einer Anzeigengruppe zuweisen.
Wichtig ist die technische Einordnung: OpenAI generiert dabei weder neuen Werbetext noch neue Bilder per KI. Die Vorschläge basieren auf bestehenden Seiteninformationen. Für SEO- und Content-Teams bedeutet das, dass saubere Title-Tags, Meta-Descriptions, Open-Graph-Daten und aussagekräftige Seiteninhalte direkten Einfluss auf die Qualität vorgeschlagener Anzeigen haben. Wer seine Website-Metadaten für klassische Suche optimiert, legt damit gleichzeitig die Grundlage für effizientere Paid-Setups in ChatGPT Ads.
Marktausbau nach Japan und Südkorea
OpenAI hat zudem bestätigt, dass ChatGPT Ads in Japan und Südkorea live sind. Kampagnen können Nutzer in beiden Märkten gezielt ansprechen. Für internationale Marken erweitert das die Reichweite in zwei wirtschaftlich bedeutenden digitalen Märkten innerhalb einer KI-nativen Werbeumgebung. Unternehmen mit Geschäft in Asien sollten prüfen, ob lokale Landingpages, Sprachvarianten und Conversion-Pfade für Traffic aus ChatGPT-Anzeigen vorbereitet sind.
Der regionale Ausbau unterstreicht, dass ChatGPT Ads nicht mehr nur ein US-zentriertes Pilotprojekt ist. Parallel wächst der Druck auf Teams, Paid-Media-Strategien über Google, Meta und klassische Suchnetzwerke hinaus zu denken und KI-Plattformen als eigenständige Touchpoints zu behandeln.
Überarbeitetes statisches Anzeigenkarten-Format
OpenAI rollt zudem ein überarbeitetes statisches Anzeigenkarten-Format auf Web und Mobile aus. Die neue Darstellung ist kompakter, besser lesbar und setzt größere visuelle Elemente ein. Ein erster Rollout hatte bereits Ende Juni stattgefunden; die aktuelle Meldung bestätigt die breitere Einführung. Für Werbetreibende ändert sich damit die visuelle Wirkung im Chat-Feed: Creatives müssen in einem engeren, klar strukturierten Kartenlayout überzeugen.
Das neue Format betont Bildanteile stärker und reduziert visuelle Reibung. Teams sollten bestehende Anzeigen auf Lesbarkeit, Bildverhältnisse und klare Botschaften in der kompakteren Darstellung testen. Gerade in KI-Chats, in denen Nutzer schnell scrollen und Antworten scannen, entscheiden wenige Sekunden über Aufmerksamkeit und Klick.
Warum Marketer diese Updates im Blick behalten sollten
ChatGPT Ads befinden sich noch in einer frühen, aber schnell reifenden Phase. OpenAI ergänzt laufend Funktionen, testet Formate und erweitert Märkte. Für GEO- und Performance-Teams bedeutet das: Der Kanal verlangt kontinuierliches Monitoring, Experimente mit Creatives und eine enge Verzahnung zwischen Website-Metadaten, Content-Strategie und Paid-Ausspielung.
- Custom Audiences: Listen mit 25.000 oder mehr Nutzern einbinden oder ausschließen, Bid-Multiplikatoren auf Anzeigengruppenebene.
- Overview-Tab: Account-Gesundheit, Empfehlungen und KPI-Trends zentral steuern.
- Suggested ad drafts: Entwürfe aus Website-Metadaten, ohne KI-generierte Texte oder Bilder.
- Neue Märkte: Targeting in Japan und Südkorea.
- Ad card refresh: Kompakteres, bildstärkeres Format auf Web und Mobile.
Wer heute in generativen Suchoberflächen sichtbar bleiben will, kann bezahlte ChatGPT-Anzeigen nicht mehr als Randnotiz behandeln. Die jüngsten Updates machen den Kanal operativ handhabbarer – vorausgesetzt, Teams passen Metadaten, Creatives und Kampagnenstruktur aktiv an die sich wandelnden Anforderungen an.