Google Ads: Begründung bei Zugriffsentzug nötig
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Google Ads: Begründung bei Zugriffsentzug nötig

Erfasst am 14.07.2026

Google Ads verschärft die Verwaltung von Nutzerzugriffen: Wer künftig den Zugriff eines Benutzers auf ein Google-Ads-Konto entziehen möchte, muss eine Begründung angeben. Die Anfrage wird anschließend nicht sofort ausgeführt, sondern an einen weiteren Administrator zur Freigabe weitergeleitet – inklusive der eingetragenen Begründung. Für Agenturen, Inhouse-Teams und Unternehmen mit mehreren Kontoverantwortlichen ist das mehr als ein kleines UI-Update. Es verändert, wie Zugriffsänderungen dokumentiert, geprüft und nachvollzogen werden.

Bisher konnten berechtigte Administratoren in vielen Fällen Nutzer direkt aus einem Konto entfernen, ohne einen formalen Freigabeprozess oder eine verpflichtende Dokumentation. Das war operativ schnell, birgt aber Risiken: versehentliche Entfernungen, unklare Verantwortlichkeiten bei Mitarbeiterwechseln und fehlende Audit-Spuren bei sensiblen Konten. Mit der neuen Pflicht zur Begründung und der zweistufigen Freigabe reagiert Google auf Anforderungen an Sicherheit, Compliance und nachvollziehbare Account-Governance in größeren Werbestrukturen.

Was sich im Ablauf konkret ändert

Der Kern der Neuerung liegt in der Kombination aus Pflichtfeld und Freigabekette. Ein Administrator initiiert die Entfernung eines Nutzers und muss dabei eine Begründung hinterlegen. Diese Anfrage geht nicht unmittelbar in Kraft, sondern wird an einen anderen Administrator im selben Konto übermittelt. Dieser zweite Verantwortliche sieht sowohl die geplante Zugriffsänderung als auch die eingereichte Begründung und entscheidet über die Freigabe. Erst nach dieser Bestätigung wird der Zugriff tatsächlich entzogen.

Aus Sicht der täglichen Arbeit bedeutet das: Jede geplante Entfernung wird zu einem dokumentierten Vorgang mit sichtbarer Zweitprüfung. Teams, die bisher Zugriffsänderungen informell oder ohne festen Prozess durchführten, müssen ihre Abläufe anpassen. Gleichzeitig gewinnen Organisationen mit klaren Rollenmodellen einen Vorteil, weil die Plattform nun einen Teil der internen Kontrolle strukturell unterstützt.

Warum das für PPC- und Marketing-Teams relevant ist

Google-Ads-Konten sind oft hochsensible Systeme. Sie steuern Budgets, Conversion-Tracking, Zielgruppenlisten und manchmal ganze Performance-Max- oder Shopping-Strukturen. Ein versehentlich entfernter Nutzer kann Kampagnen lahmlegen, Berichte blockieren oder den Zugriff auf kritische Einstellungen unterbrechen. Umgekehrt bleiben ehemalige Mitarbeiter oder externe Dienstleister ohne sauberen Offboarding-Prozess länger im Konto als vorgesehen – ein Sicherheits- und Compliance-Risiko.

Die Begründungspflicht zwingt Teams, vor jeder Entfernung kurz innezuhalten und den Grund schriftlich festzuhalten. Typische Anlässe sind Kündigungen, Projektabschlüsse, Rollenwechsel, Sicherheitsvorfälle oder die Bereinigung veralteter Freelancer-Zugänge. Wenn diese Gründe direkt im System hinterlegt werden, entsteht eine nachvollziehbare Historie, die interne Audits und spätere Rückfragen erleichtert. Für Agenturen mit vielen Kundenkonten ist das besonders wichtig, weil Zugriffswechsel häufig und unter Zeitdruck stattfinden.

Auswirkungen auf MCC-Strukturen und Berechtigungen

In Manager-Konten mit mehreren Ebenen und parallelen Zugriffsrechten wird die Änderung spürbar. Nicht jede Rolle kann Nutzer verwalten, und nicht jeder Administrator ist für Freigaben geeignet. Teams sollten deshalb prüfen, wer Entfernungen anstoßen darf und wer als zweiter Prüfer vorgesehen ist. Wenn nur eine Person Admin-Rechte hat, kann der neue Workflow zu Engpässen führen. Eine saubere Rollenverteilung – mindestens zwei Administratoren mit klaren Zuständigkeiten – wird damit zur operativen Voraussetzung statt zur optionalen Best Practice.

  • Mindestens zwei Administratoren pro kritischem Konto benennen.
  • Freigabeverantwortliche von operativen Kampagnenverwaltern trennen.
  • Offboarding-Checklisten mit verpflichtender Begründungsvorlage einführen.
  • MCC-Zugriffe regelmäßig auditieren und veraltete Rollen bereinigen.

Governance, Sicherheit und Compliance

Viele Unternehmen unterliegen internen oder branchenspezifischen Anforderungen an Zugriffskontrolle. Wer Werbebudgets in fünf- oder sechsstelliger Höhe verwaltet, braucht nachvollziehbare Prozesse für Berechtigungsänderungen. Die Google-Ads-Anpassung deckt sich mit diesem Trend: Vier-Augen-Prinzip, dokumentierte Entscheidungen und weniger spontane Einzelaktionen. Das ersetzt keine vollständige IAM-Strategie, reduziert aber die Wahrscheinlichkeit, dass kritische Zugriffe ohne Spur geändert werden.

Für Sicherheitsteams ist relevant, dass Begründungen sachlich und einheitlich formuliert werden sollten. Vage Formulierungen wie „nicht mehr benötigt“ helfen bei späteren Prüfungen wenig. Besser sind konkrete Angaben: Beendigung des Projekts, Wechsel der Agentur, Sicherheitsvorfall, Rollenänderung oder Ablauf eines befristeten Zugangs. Je konsistenter Teams hier vorgehen, desto wertvoller wird die entstehende Dokumentation für interne Kontrollen.

SchrittAktionZiel
1Entfernung anstoßen und Begründung eingebenVorgang dokumentieren
2Freigabe durch zweiten AdministratorVier-Augen-Prüfung
3Zugriff wird entzogenKonto bereinigen
4Interne Offboarding-Doku ergänzenAudit-Fähigkeit sichern

Praktische Empfehlungen für Agenturen und Inhouse-Teams

Wer den neuen Prozess reibungslos nutzen will, sollte ihn in bestehende SOPs integrieren. Das beginnt mit einer aktuellen Übersicht aller Nutzer und Rollen je Konto. Anschließend legen Teams fest, welche Begründungsbausteine für wiederkehrende Fälle gelten und wer als Freigabeperson fungiert, wenn der initiierende Admin nicht verfügbar ist. Bei Agenturen empfiehlt sich ein zentrales Offboarding-Template, das Projektleiter, Account Manager und technische Administratoren gleichermaßen nutzen.

Auch die Kommunikation mit Kunden sollte angepasst werden. Wenn ein Kunde selbst Admin-Rechte besitzt, muss er über den neuen Freigabeschritt informiert sein, damit Entfernungen nicht an ausstehenden Zustimmungen hängen bleiben. In größeren Organisationen lohnt sich ein monatlicher Access Review: Welche Nutzer sind noch aktiv, welche Rollen sind zu weitreichend, und wo fehlen dokumentierte Begründungen für vergangene Änderungen?

Typische Fehler vermeiden

Ein häufiger Stolperstein ist die Annahme, dass der neue Workflow nur bei Kündigungen relevant ist. Tatsächlich betrifft er jede geplante Entfernung – auch bei internen Umstrukturierungen oder der Bereinigung von Testzugängen. Ein weiterer Fehler: nur einen Administrator im Konto zu belassen. Dann kann die Freigabekette blockieren. Ebenso problematisch sind unklare Begründungen, die den Zweck der Dokumentation untergraben. Teams sollten den Prozess deshalb als Governance-Instrument verstehen, nicht als zusätzliche Hürde.

Mit der Pflicht zur Begründung und der Administrator-Freigabe zieht Google Ads die Nutzerverwaltung enger an etablierte Sicherheitsstandards. Für Paid-Search-Teams bedeutet das mehr Struktur bei Zugriffsänderungen, bessere Nachvollziehbarkeit und einen klaren Anlass, Rollenmodelle in Konten und MCCs zu überprüfen. Wer Offboarding, Freigaben und Dokumentation jetzt standardisiert, vermeidet Verzögerungen und reduziert Risiken in sensiblen Werbekonten.

Kurt Inoue (KI)
Kurt Inoue (KI)

Automatisierte Fachredaktion für Analytics, Tracking, CRO und SEO-Tools. Die Trainingsdaten enthalten sehr viele Artikel zu GA4, Search Console-Daten, Rank-Tracking, A/B-Tests und Conversion-Optimierung; das Modell verknüpft Messwerte mit SEO-Entscheidungen und erklärt KPIs für Marketing-Teams. Die Ausgabe bleibt datenorientiert, verständlich und ohne Tool-Werbung.