Local Inventory Ads: Google ändert Default
Google stellt die Verwaltung von Local Inventory Ads in Standard-Shopping-Kampagnen grundlegend um. Künftig werden Local Inventory Ads für berechtigte Kampagnen standardmäßig aktiviert, und die bisherige Einstellung „Lokale Produkte“ entfällt. Stattdessen steuern Advertiser lokale und Online-Bestände über den Inventory-Filter. Der Stichtag ist der 31. August.
Was sich in Shopping-Kampagnen ändert
Google hat Werbetreibende darüber informiert, dass Local Inventory Ads (LIAs) ab dem 31. August standardmäßig aktiviert werden – vorausgesetzt, die Shopping-Kampagnen sind mit Merchant-Center-Konten verknüpft, in denen das Local-Inventory-Ads-Add-on aktiviert ist. Damit wird die lokale Bestandsausspielung zur Default-Erfahrung für alle geeigneten Kampagnen.
Im Zuge des Updates entfernt Google die Einstellung „Lokale Produkte“ unter den sonstigen Kampagneneinstellungen. Die Steuerung wandert vollständig in den Inventory-Filter. Dort lassen sich Kampagnen gezielt über Channel = Local oder Channel = Online konfigurieren. Doppelte und überlappende Kontrollen sollen so entfallen.
Warum die Umstellung für Advertiser relevant ist
Viele Teams trennen Budgets und Strategien für Online- und Filialbestand bewusst. Wenn Local Inventory Ads künftig automatisch aktiv sind und die alte Einstellung wegfällt, kann sich das Kampagnenverhalten ändern – etwa bei Ausspielung, Gebotsverteilung und Kosten. Wer die Einstellungen vor dem Stichtag nicht prüft, riskiert, dass lokale und Online-Inventare ungewollt gemeinsam ausgespielt oder budgetär vermischt werden.
Gleichzeitig vereinfacht Google die Konfiguration: Statt paralleler Schalter gibt es eine zentrale Steuerung über den Inventory-Filter. Das reduziert Fehlkonfigurationen, verlangt aber eine bewusste Entscheidung, wie Channel-Werte gesetzt werden sollen. Für Händler mit Omnichannel-Modellen ist das besonders wichtig, weil Sichtbarkeit in der Suche eng mit lokaler Verfügbarkeit verknüpft ist.
Was Google mit der Konsolidierung bezweckt
Laut Google sollen doppelte Einstellungen entfallen, die Local Inventory Ads bislang parallel steuerten. Die Konsolidierung unter dem Inventory-Filter soll die Kampagnenverwaltung klarer machen und Local Inventory Ads als Standard für berechtigte Shopping-Kampagnen etablieren. Für Performance-Teams bedeutet das: weniger Legacy-Optionen, aber mehr Verantwortung, die Filterlogik vor dem Rollout korrekt zu hinterlegen.
Handlungsempfehlungen vor dem 31. August
Advertiser mit Shopping-Kampagnen und aktivem Local-Inventory-Ads-Add-on im Merchant Center sollten ihre Kampagnen jetzt systematisch prüfen. Zuerst lohnt sich eine Inventur aller verknüpften Konten und Kampagnen, in denen lokale Produkte ausgespielt werden oder werden könnten. Anschließend ist zu klären, ob Online- und lokales Inventar weiterhin getrennt budgetiert und gesteuert werden sollen.
- Kampagnen mit Merchant-Center-Anbindung und LIA-Add-on identifizieren
- Prüfen, ob bisher „Lokale Produkte“ genutzt oder bewusst deaktiviert war
- Inventory-Filter auf Channel = Local oder Channel = Online setzen, wenn getrennte Strategien nötig sind
- Budgets, Gebotsstrategien und Reporting auf mögliche Vermischung von Online- und Filialbestand anpassen
- Teams und Agenturen über den Stichtag und die neue Default-Logik informieren
Wer getrennte Budgets für Online und Filiale beibehalten will, muss den Inventory-Filter aktiv und passend konfigurieren. Ohne Anpassung kann die neue Default-Aktivierung von Local Inventory Ads bestehende Trennungen aufheben. Besonders kritisch ist das für Retailer mit regional unterschiedlichen Margen, Filialbeständen oder lokalen Aktionslogiken.
Auswirkungen auf Local Search und Omnichannel
Local Inventory Ads verbinden Suchintention mit lokaler Verfügbarkeit: Nutzer sehen Produkte, die in nahegelegenen Filialen lagernd sind. Wird dieser Kanal zum Standard, steigt die Chance auf storenahe Sichtbarkeit – zugleich wächst der Druck auf saubere Produktdaten, Filialfeeds und Bestandssynchronisation. Fehlerhafte lokale Inventardaten können dann schneller in der Ausspielung landen und Conversion-Erwartungen verzerren.
Für SEO- und SEA-Teams ist die Überschneidung relevant: Organische Local-SEO-Signale, Google Business Profile und bezahlte Local Inventory Ads wirken auf dieselbe lokale Nachfrage. Eine klarere Ads-Steuerung über Channel-Filter hilft, Paid und Local Visibility besser abzustimmen – vorausgesetzt, die Kampagnenlogik wird vor dem Deadline-Termin nachgezogen.
Praxischeck für Reporting und Governance
Neben der reinen Einstellung sollten Teams Reporting-Strukturen prüfen. Wenn Channel-Werte die Steuerung übernehmen, müssen Dashboards und Alerts entsprechend umgestellt werden. Sonst bleiben Abweichungen bei Kosten, Klicks und Filialbesuchen unsichtbar. Auch Freigabeprozesse in Agenturen und Inhouse-Teams sollten den Inventory-Filter als neuen Standard dokumentieren, damit nicht alte Playbooks mit der „Lokale Produkte“-Einstellung weiterlaufen.
Die Änderung wurde zuerst von PPC-Spezialist Arpan Banerjee hervorgehoben, der die Benachrichtigungsmail an betroffene Google-Ads-Manager-Konten auf LinkedIn geteilt hat. Das unterstreicht, wie wichtig es ist, Produkt-Updates aus dem Ads-Ökosystem früh zu erfassen und operativ umzusetzen – bevor Defaults das Kampagnenverhalten still verändern.
Was Advertiser jetzt priorisieren sollten
Priorität eins ist die Frist: Vor dem 31. August müssen alle betroffenen Shopping-Kampagnen geprüft und, wo nötig, über den Inventory-Filter neu ausgerichtet werden. Priorität zwei ist die strategische Entscheidung, ob Local Inventory Ads bewusst als Default mitlaufen oder ob Channel-Filter Online und Local weiter trennen. Priorität drei ist die Datenqualität im Merchant Center, denn lokale Ausspielung steht und fällt mit korrekten Bestands- und Standortdaten.
Google entfernt mit der Legacy-Einstellung „Lokale Produkte“ eine bekannte Steuerungsoption und macht Local Inventory Ads in berechtigten Shopping-Kampagnen zum Standard. Wer getrennte Online- und Filialstrategien fährt, sollte die Kampagneneinstellungen rechtzeitig anpassen. So bleibt die Kontrolle über Budget, Channel und lokale Sichtbarkeit erhalten, während die Plattform auf eine einheitlichere Inventarsteuerung umstellt.