PMax: Google testet Partners-Netzwerk-Kontrollen
Google testet derzeit eine neue Einstellung in Performance Max, die Werbetreibenden mehr Kontrolle über die Ausspielung ihrer Anzeigen verschafft. Die Funktion trägt den Namen Partners (Alpha) und erlaubt es, Search Partners sowie das Google Display Network (GDN) gezielt ein- oder auszuschließen. Bisher waren beide Netzwerke in Performance-Max-Kampagnen automatisch enthalten, ohne dass Advertiser sie separat deaktivieren konnten. Für viele PPC-Teams ist das eine der am längsten geforderten Erweiterungen, weil die fehlende Steuerung die Kampagnenergebnisse oft verzerrte und die Optimierung erschwerte.
Die Entdeckung wurde von Saquib Syed, PPC Growth Strategist, auf LinkedIn geteilt und bestätigt, dass Google die Kontrolle schrittweise in den automatisierten Kampagnentyp zurückbringt. Obwohl Performance Max als All-in-One-Lösung für Google Ads konzipiert ist, kritisieren Advertiser seit dem Start regelmäßig die eingeschränkte Transparenz bei der Inventarverteilung. Mit Partners (Alpha) rückt Google erstmals ein Stück weit von der reinen Blackbox-Logik ab und gibt Teams die Möglichkeit, Netzwerke gezielt zu steuern.
Was die Partners (Alpha)-Einstellung verändert
In den bisherigen Performance-Max-Kampagnen liefen Anzeigen automatisch über mehrere Google-Inventarquellen: die Google-Suche, YouTube, Gmail, Discover und zusätzlich Search Partners sowie das Display-Netzwerk. Advertiser konnten zwar einzelne Assets, Zielgruppen und Gebotsstrategien definieren, hatten aber keinen direkten Schalter, um Search Partners oder GDN auszuschließen. Das führte in der Praxis dazu, dass ein Teil des Budgets in Umgebungen floss, die nicht immer zur Kampagnenzielsetzung passten.
Die neue Alpha-Einstellung ändert genau diesen Mechanismus. Werbetreibende, die Zugang erhalten, sehen innerhalb ihrer Performance-Max-Kampagne eine Option, mit der sie entscheiden können, ob Search Partners und das Google Display Network einbezogen werden sollen. Damit entsteht erstmals eine granulare Kontrolle über zwei Inventarquellen, die in vielen Accounts für schwankende Conversion-Raten und unklare Attribution sorgten. Teams können damit testen, ob eine schlankere Netzwerkauswahl die Effizienz verbessert.
Search Partners und GDN im Performance-Max-Kontext
Search Partners umfassen Websites und Apps, die mit Google kooperieren und dort Suchanzeigen ausspielen. Das Inventar reicht von etablierten Partnerportalen bis zu Nischenseiten mit unterschiedlicher Traffic-Qualität. Das Google Display Network wiederum umfasst Millionen von Websites, Apps und YouTube-Placements außerhalb der klassischen Suchergebnisse. Beide Netzwerke erweitern die Reichweite, bringen aber auch heterogene Nutzerintentionen mit sich, die nicht immer zu conversion-orientierten Zielen passen.
Typische Herausforderungen vor der Neuerung
- Budget floss automatisch in Partner-Inventar, ohne dass Teams es gezielt ausschließen konnten.
- ROAS und CPA schwankten, weil Conversions aus unterschiedlichen Netzwerken gemischt ausgewiesen wurden.
- Brand-Safety- und Qualitätsbedenken bei Search Partners ließen sich nur indirekt adressieren.
- Vergleichstests zwischen reinem Google-Search-Inventar und erweiterten Netzwerken waren schwer umsetzbar.
Gerade E-Commerce-Advertiser und Lead-Generation-Teams berichten seit Jahren, dass ein relevanter Anteil ihrer Performance-Max-Ausgaben in Netzwerken landet, die schwächere Conversion-Signale liefern. Ohne Ausschlussoption blieb oft nur der Workaround, die gesamte Kampagne enger zu fahren oder alternative Kampagnentypen parallel zu schalten. Beides erhöht Komplexität und erschwert saubere Incrementality-Messungen.
Auswirkungen auf ROAS, CPA und Kampagnenziele
Die Partners (Alpha)-Einstellung adressiert vor allem Advertiser, die Effizienzmetriken wie Return on Ad Spend oder Cost per Acquisition im Fokus haben. Wer bisher vermutete, dass Search Partners oder GDN den durchschnittlichen ROAS drücken, kann künftig strukturierte Tests fahren: eine Variante mit beiden Netzwerken, eine Variante ohne Search Partners, eine ohne GDN oder eine mit beiden ausgeschlossen. Solche Split-Tests waren in Performance Max bislang praktisch unmöglich, weil Google die Netzwerkzusammensetzung vollständig automatisierte.
| Netzwerk | Typisches Inventar | Steuerungsrelevanz |
|---|---|---|
| Search Partners | Partner-Suchseiten und Apps | Conversion-Qualität und Intent-Kontrolle |
| Google Display Network | Websites, Apps, Display-Placements | Reichweite vs. Effizienz-Abwägung |
| Google Search (Kern) | Google-Suchergebnisse | Höchste Intent-Nähe, weiterhin automatisch aktiv |
Für Brand-Advertiser mit Fokus auf Sichtbarkeit kann das Ausschließen von GDN kontraproduktiv sein, während Performance-orientierte Accounts oft genau dieses Inventar reduzieren wollen. Die neue Einstellung erlaubt es, die Netzwerkauswahl stärker an die Geschäftsziele anzupassen, statt sich ausschließlich auf Googles Automatisierung zu verlassen. Das ist besonders relevant für Accounts mit begrenztem Budget, bei denen jeder ineffiziente Euro spürbar auf die Marge wirkt.
Alpha-Status, Verfügbarkeit und Rollout
Google kennzeichnet die Funktion ausdrücklich als Alpha. Das bedeutet, dass nur ein begrenzter Kreis von Advertisern Zugang erhält und die Oberfläche sich noch ändern kann. Google hat bislang nicht mitgeteilt, wann oder ob Partners breiter ausgerollt wird. Für Agenturen und Inhouse-Teams empfiehlt sich deshalb, Accounts regelmäßig auf neue Einstellungen zu prüfen und Screenshots zu dokumentieren, sobald die Option sichtbar wird.
Praktische Testempfehlungen für Advertiser
- Performance-Max-Kampagnen auf die Partners (Alpha)-Option prüfen, sobald sie im Interface erscheint.
- Baseline-KPIs für ROAS, CPA und Conversion-Rate vor Netzwerkänderungen festhalten.
- Search Partners und GDN separat testen, statt beide gleichzeitig auszuschließen.
- Segmentierte Auswertungen in Google Ads nutzen, um Netzwerkeffekte nachvollziehbar zu machen.
- Testzeiträume lang genug wählen, damit Smart Bidding stabil reagieren kann.
Die Partners (Alpha)-Einstellung markiert einen Wendepunkt in der Performance-Max-Steuerung. Werbetreibende erhalten erstmals die Möglichkeit, zwei zentrale Inventarquellen aktiv zu steuern, statt sie pauschal mitzuschleppen. Für PPC-Profis bedeutet das mehr Kontrolle über Budgetallokation, klarere Tests und potenziell bessere Effizienzwerte – vorausgesetzt, Google rollt die Funktion flächendeckend aus.