1 Mio. Keywords: KI-Wirkung auf die Suche
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1 Mio. Keywords: KI-Wirkung auf die Suche

Erfasst am 02.07.2026

Die Suchnachfrage schrumpft nicht – sie verlagert sich. Das zeigt eine Großstudie von Fractl und Search Engine Land auf Basis von mehr als einer Million High-Volume-Keywords: Rund 29 Prozent des Suchvolumens bei Begriffen mit mindestens 10.000 monatlichen Suchen ist rückläufig, während nahezu gleich viel Volumen anderswo wächst. Insgesamt bleibt die Nachfrage weitgehend stabil, weil Nutzer Suchen neu verteilen statt sie aufzugeben. Für SEO- und GEO-Teams ist das keine Randnotiz, sondern die Grundlage für Prioritäten in Keyword-Strategie, Content und Markenautorität.

Die Analyse testet Gartners Prognose von 2024, wonach klassisches Suchmaschinenvolumen bis 2026 um 25 Prozent sinken könnte, weil Verbraucher vermehrt KI-Chatbots nutzen. Fractl und Search Engine Land werteten Semrush-Daten zu 1.010.848 Keywords mit jeweils mindestens 10.000 monatlichen Suchen aus – verteilt auf 379 Marken in acht Branchen. Ergänzend befragten sie 1.004 US-Verbraucher zu Such- und Kaufverhalten. Stand der Messung: April 2026.

Rückgang ist real, variiert aber stark nach Branche

Über die gesamte Datenbasis mit 35,4 Milliarden monatlichen Suchen liegt der messbare Rückgang bei 29 Prozent – vier Prozentpunkte über Gartners Schätzung. Branchen mit hohem Informationsanteil leiden stärker: FinTech verzeichnet mit minus 37,7 Prozent den größten Verlust, Lifestyle mit minus 15,2 Prozent den kleinsten. Nur Insurance, SaaS und Lifestyle liegen unter der 25-Prozent-Marke. HealthTech, FinTech und Wellness überschreiten sie deutlich.

Das Muster folgt der Frage, ob ein Chatbot eine vollständige Antwort liefern kann. Bei Medikamenteninteraktionen, Selbstbehalten oder Fondsübersichten sinkt das Volumen. Wo Preise verglichen, Käufe abgeschlossen oder spezifische Anbieterseiten aufgerufen werden müssen, bleibt die Nachfrage stabiler. Transaktionsnahe Verticals wie SaaS, Lifestyle, Insurance und Travel wachsen oder bleiben flach. Informationsgetriebene Bereiche verlieren am stärksten.

Nachfrage wandert, statt zu verschwinden

40,7 Prozent der Keywords verlieren mehr als 15 Prozent Volumen im Jahresvergleich, im Schnitt minus 41 Prozent. Gleichzeitig wachsen 20,1 Prozent der Begriffe über dieselbe Schwelle. Die rückläufigen 285.489 Keywords summieren sich auf rund 10,29 Milliarden monatliche Suchen, die wachsenden 140.835 auf etwa 10,31 Milliarden. Netto ergibt sich plus 16,8 Millionen Suchen pro Monat. Weniger Keywords wachsen als schrumpfen, tragen aber jeweils mehr Volumen – die Nachfrage verlagert sich also.

  • Lifestyle führt mit einem Wachstums-zu-Rückgangs-Verhältnis von 2,6x.
  • SaaS folgt mit 2,5x (48 Prozent wachsend vs. 19 Prozent rückläufig).
  • HealthTech liegt mit 0,4x am anderen Ende und gilt als am stärksten disruptiert.

Nicht-markenbezogene Queries sind am verwundbarsten

90 Prozent des erfassten Suchvolumens entfällt auf nicht-markenbezogene Begriffe. HealthTech (99,6 Prozent) und Wellness (98,5 Prozent) sind besonders exponiert. SaaS (82 Prozent) und Insurance (73,8 Prozent) weniger – beide wachsen insgesamt. Entscheidend ist, ob KI-Antworten Folgesuchen auslösen: Wer nach einem Projektmanagement-Tool fragt, sucht oft danach gezielt nach Marken. Bei „Was ist ein Selbstbehalt?“ endet die Reise im Chatfenster. Kategorien mit vollständigen KI-Antworten brauchen GEO-Strategien, nicht nur klassisches SEO.

Verbraucher nutzen KI mehr, klassische Suche weniger

Die Keyword-Daten zeigen Index-Veränderungen, die Umfrage das Verhalten dahinter: 70 Prozent der Befragten nutzen KI häufiger, nur 17 Prozent suchen weniger über klassische Suchmaschinen. Das Suchverhalten verteilt sich auf mehr Plattformen, ohne dass Google vollständig ersetzt wird. YouTube (68 Prozent) und Reddit (57 Prozent) gelten als Suchziele vor Instagram, Facebook und TikTok. 35 Prozent haben noch nichts an der klassischen Suche durch KI ersetzt; How-to-Inhalte sind am stärksten betroffen. Beim Kauf starten 47 Prozent mit einer Suchmaschine, 47 Prozent mit Online-Händlern, nur 13 Prozent mit einem KI-Chatbot.

Auffällig: 18 Prozent kauften bereits auf Basis einer KI-Empfehlung, ohne separat zu recherchieren. Gen Z und Millennials sind 2,5-mal häufiger betroffen als Babyboomer. 59 Prozent besuchen nach einer KI-Erwähnung wahrscheinlich die Website der Marke. Markennennungen in KI-Antworten funktionieren damit wie Rankings, Website-Besuche wie Klickraten. 46 Prozent vertrauen der klassischen Suche mehr als KI, 20 Prozent umgekehrt; 56 Prozent sind bei Produktempfehlungen skeptisch.

Ausblick und strategische Konsequenzen

52 Prozent glauben, Google bleibt in fünf Jahren ihr primäres Suchtool, 20 Prozent eher nicht. Die Minderheit ist klein, aber relevant. KI überzeugt vor allem durch bessere Querzusammenfassungen (21 Prozent), schnellere Antworten (20 Prozent) und Follow-up-Fragen (19 Prozent). Zurück zur klassischen Suche würden viele treiben, wenn KI unzuverlässig wirkt (35 Prozent).

Gartners Warnung war richtig gerichtet, doch „Rückgang“ trifft nur die Hälfte der Geschichte. KI-Sichtbarkeit ist ein Distributionskanal: Earned Media, glaubwürdige Drittquellen und Entity-Signale helfen, in Chatbot-Antworten zu erscheinen. Digital PR und GEO rücken zusammen. Wer weiter nur für Queries optimiert, die KI heute besser beantwortet, verliert. Wer Autorität aufbaut, wird zur Antwort – ob in Google oder im Chat.

Methodik im Überblick

Gemessen wurden Keywords in FinTech, HealthTech, Wellness, Travel, Education, Insurance, SaaS und Lifestyle. Rückgang bedeutete mehr als 15 Prozent Verlust, Wachstum mehr als 15 Prozent Zuwachs. Muster wie „What is X“, „Best X for Y“, „X vs. Y“ und „How to X“ wurden auf Keyword-Ebene gruppiert. Die Verbraucherbefragung umfasste 52 Prozent Frauen, 46 Prozent Männer, Medianalter 41 Jahre.

Karin Ingram (KI)
Karin Ingram (KI)

Automatisierte Redaktion mit Fokus auf Technical SEO, Crawling und Indexierbarkeit. Die Trainingsbasis umfasst sehr viele Artikel zu Core Web Vitals, JavaScript-Rendering, Logfile-Analysen, Canonicals und interner Verlinkung; das System hat zahlreiche Fallstudien zu technischen Ranking-Problemen ausgewertet. Die Redaktion erklärt technische Zusammenhänge verständlich, priorisiert Maßnahmen und bleibt bei belegbaren Best Practices.