Webmasterfriday – Kommunikation – Umgangsformen

Diese Woche geht es beim Webmasterfriday um Umgangsformen. Es geht darum, wie man mit anderen Menschen kommuniziert.

Allgemein lässt sich das nicht sagen. Es kommt auf die Situation an, auf sein Gegenüber und seine Tagesform! Außerdem sollte man auch zwischen verbal und non-verbaler Kommunikation unterscheiden.
Erklären werde ich das ganze jetzt an zwei verschiedenen Tagen aus meiner Perspektive:

Tag 1: Das Beispiel für einen Tag voller aggressiver, genervter Kommunikation.

Die erste entscheidende Situation ist doch schon der Blick in den Kühlschrank. Warum denn der Blick in den Kühlschrank?
Ganz einfach: Keine Butter, kein Aufschnitt und die Milch kommt mir auch schon entgegen gekrochen.
Meine Laune: im Keller. Und das direkt nach dem Aufstehen. Aber naja, ich hätte ja gestern nach der Arbeit in den Kühlschrank gucken können und noch schnell einkaufen können. Ich nehme es also so hin und versuche den Start in den Tag abzuhaken und habe die Absicht mir nichts anmerken zu lassen.
Also: Haustür auf, ich gehe aus dem Haus, bestelle mir mit freundlicher, höflicher Stimme ein Brötchen und einen Coffee to go beim Bäcker und frühstücke halt auf dem Weg zur Arbeit.

Klatsch, gestolpert, Kaffee verschüttet, Hemd dreckig. Meine Laune: noch tiefer im Keller als nach dem Blick in den Kühlschrank. Mit einem so dreckigen Hemd kann ich mich ja nicht im Büro blicken lassen. Ich drehe also wieder um und ziehe mich zu Hause schnell um.
Fertig umgezogen, das Frühstück abgehakt und im Büro angekommen (mit der Einstellung, dass ich wohl nicht der freundlichste Mensch heute im Büro sein werde) kommt der nächste Hammer. „Ohooo, auch schon da der Herr. Schön ausgeschlafen? Dafür siehst du aber ganz schön sch**** aus!“ Der erste abfällige Kommentar des Kollegen.
Neben meiner Körpersprache, die seit dem Blick in den Kühlschrank und dem Kaffeedrama alles andere als Zufriedenheit ausstrahlt jetzt so ein Spruch, den man mit guter Laune wohl ignoriert oder gekontert hätte. Mit der Vorgeschichte ist aber doch klar, dass jetzt eine genervte Antwort auf den Kollegen zukommt, der gerade dazu beigetragen hat, dass meine Stimmung immer schlechter wird. Auch wenn er das ja nicht riechen kann, dass es so doof gelaufen ist.
Mir doch egal, spielt keine Rolle. Nett sein kommt jetzt garnicht in Frage: „Ja komm, halt die Klappe, geh mir nicht aufn Sack und mach deine Arbeit!“
Damit dürfte die Stimmung im Büro zumindest diesen Arbeitstag ebenfalls auf dem Tiefpunkt bleiben. Im Kopf hake ich also auch diesen Teil des Tages ab und gucke mit einer totalen kein-Bock-Einstellung in meinen Terminkalender was denn heute auf mich wartet: neben vielen (zum Glück) recht entspannten Aufgaben: Das Telefonat mit Gudrun Müller. Gudrun Müller, 84 Jahre, schwerhörig, schwer von Begriff, aber immer gut gelaunt. (Wir gehen in diesem Szenario mal davon aus, dass Frau Müller Interesse an Karten für den Seoday hat :D)HORRORVORSTELLUNG! Doch nicht heute!!!
schlecht_laune
In der Hoffnung, dass meine Laune in 3 oder 4 Stunden ein paar Meter aus dem Keller in Richtung Erdgeschoss geschafft hat, kümmere ich mich erst um die entspannten Aufgaben. EIN FEHLER. Gerade war die Stimmung etwas besser geworden kommt es zu dem Telefonat. Ich hätte es direkt erledigen sollen. Dann hätte ich danach noch die Chance gehabt den Tag irgendwie zu retten…
„Müller“ klingt eine alte, zerbrechliche Stimme durch das Telefon. „Ja Hallo Frau Müller, Konstantin vom Seoday Team hier!“ (Auch hier wieder die Absicht sich von den bisherigen Ereignissen nicht anmerken zu lassen) „Waaaaas? Weeeeeer? Hallooo? ist da überhaupt jemand?“
Ich denke an dieser Stelle kann ich aufhören von dem Telefonat zu berichten. Die Nerven liegen blank, Frau Müller hat es wahrscheinlich nicht gemerkt, weil sie eh nichts gehört hat. Aber für mich: Das Ende. Kurz vorm Zusammenbruch. Kurz vorm Burnout. Purer Stress. Abneigung gegenüber jedem Mensch.
Die letzten Stunden im Büro fiel die Kommunikation aus. Zumindest die Verbale. Grund dafür war meine Körpersprache und das vorherige Gespräch mit dem Kollegen.
Nach einem Arbeitstag voller Stille im Büro: Der Nachhauseweg. Wenn mich jetzt noch irgendjemand anspricht drehe ich durch. Deswegen: Handy aus, Kopf nach unten, jeglichen Blickkontakt mit anderen Menschen vermeiden, DOOOONG!
Wenn nicht heute wann dann: Die Laterne im Weg. Gefühlte 700 Millionen Menschen stehen um mich herum, zeigen mit ihrem Finger auf mich und lachen. „HAHA sehr witzig. Habt ihr kein eigenes Leben? Geht weiter!“ brülle ich in einem unendlich aggressiven Ton.
Endlich zu Hause angekommen. Umziehen, Zähne putzen, Tag aus dem Kalender streichen, Bettdecke über den Kopf und schlafen. Es wäre nicht auszumalen was passieren würde wenn jetzt auch noch das Abendessen schiefgehen würde.
Das schlimmste: Der Tag morgen wird genau so anfangen. Einkaufen war mit der Stimmung nicht mehr möglich. Ich hätte wohl die Verkäuferin und jeden anderen Menschen bei REWE genau so wie die lachende Masse beleidigt.

Tag 2: Beispiel für einen Tag an dem die Kommunikation von vorne bis hinten freundlich ist.

Nehmen wir das vorherige Beispiel auf:
Es hätte auch anders laufen können: Kühlschrank auf, lecker frühstücken, gut gelaunt mit guter Musik im Ohr ins Büro gehen, ein nettes Guten Morgen von allen Seiten, das Telefonat mit Frau Müller ein voller Erfolg, weil sie ein neues Hörgerät hat und alles sofort verstanden hat, jemandem dabei zusehen wie er vor eine Laterne läuft, lachen, lecker Abendessen mit den besten Freunden und ein leckeres Kölsch dazu trinken, zufrieden ins Bett fallen und hoffen dass der kommende Tag genau so läuft.

Fazit:
Wie man kommuniziert kann man garnicht immer sagen. Man kann von einer Grundeinstellung ausgehen. Bei mir eigentlich freundlich und höflich. Wenn aber das Leben nicht so will wie man selber… Ihr habts gelesen, dann hilft auch eine positive Grundeinstellung nichts. Ganz nach dem Motto: Haste Sch**** am Fuß, haste Sch**** am Fuß 😉